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Kreiselternrat hält Rauchererlass für unzureichend umgesetzt / Pausen attraktiver gestalten

Elternrat will "Rauchen-ist-doof-Lobby" stärken

Landkreis (gus). Eine Verordnung "von oben herab" und fehlende Konsequenz bei der Umsetzung in Sachen Rauchererlass sind dem Kreiselternrat (KER) ein Dorn im Auge. Dessen Vorstand fordert Maßnahmen, um Nicht-Raucher zu unterstützen. So soll die rauchfreie Schule ohne Schüleransammlungen an den Grundstücksgrenzen realisiert werden.

Denn so sieht der Schulalltag momentan nach Darstellung des KER-Vorstands aus: Die Raucher sammeln sich in den Pausen jenseits des Schulgeländes und hinterlassen ein Meer an Kippen. Die über 18-Jährigen dürften das sogar. Streng genommen sei die Schule zwar rauchfrei - nicht aber frei von Rauchern. Ein Verbot ist nach Ansicht des Vorsitzenden Claus Holst zwar unumgänglich. Es bedürfe aber zusätzlicher Maßnahmen, um es im eigentlichen Sinn wirksam zu machen. So sollten "engagierte Nichtraucher" belobigt oder belohnt werden. Eine Lobby, die die Ansicht "Rauchen ist doof" vertrete, müsse gestärkt werden. "Je stärker die Gemeinschaft der Nichtraucher wird, desto schwerer wird es für die Raucher", lautet der Hintergedanke Holsts. Ein Eintrag ins Zeugnis könne Resultat für vorbildliches Verhalten sein. Außerdem stellen sich die KER-Vertreter Seminare und sonstige Aktionen zum Thema Rauchen vor. Als Partner kommen demnach Suchtberater, Polizei, Rotes Kreuz, Krankenkassen oder Politiker in Frage. Eine Großveranstaltung mit Elternräten aller Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien werde ebenfalls ins Auge gefasst. Holst stellte außerdem die Frage in den Raum, was Schülern in den Pausen an Beschäftigungsmöglichkeiten geboten wird. Attraktive Pausengestaltung hält der KER-Vorsitzende für gewinnbringendeUnterstützung solcher Schüler, die sich grade das Rauchen abgewöhnen wollen. Es müsse geklärt werden, "wie und mit wem diese Angebote erweitert werden können". Ein weiteres Problem, dass der KER angehen will, ist die steigende Duldung rauchender Jugendlicher unter 16 Jahren seitens der Eltern. Dafür fehlt Holst jedes Verständnis. "Immer mehr Eltern nehmen ihre Erziehungsverantwortung nicht mehr wahr", meint dieser. Das erschwere die Aufklärungsarbeit in der Sache erheblich. Deshalb fordert der Elternratsvorstand das Land Niedersachsen auf, hierbei aktiv mitzuarbeiten. Die Zuständigkeit für solche Fälle müsse geklärt werden. Die geforderte Hilfe sei nicht auf die Frage nach möglichen Maßnahmen gegenüber "passiven Eltern" beschränkt. Generell habe die Landesregierung sich ihrerseits nach Inkrafttreten des Rauchererlasses aus der Verantwortung gezogen, ohne etwas für die praktische Umsetzung getan zu haben.

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