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Stadtelternratsvorsitzende schreibt an den Landkreis

Elternrat: Wenn neue IGS im Kreis, dann in Rinteln

Rinteln (wm). Der Landkreis Schaumburg hatte jüngst allen Eltern von Grundschulkindern in Rinteln einen Fragebogen zugeschickt, auf dem man auch ankreuzen konnte, ob man sein Kind auf eine Gesamtschule schicken möchte. Was Stadtelternratsvorsitzende Petra Wienecke - wie andere Eltern - auf dem Fragebogen vermisste: Zwar werden als mögliche Standorte für eine neue, zweite Gesamtschule Stadthagen, Helpsen, Lindhorst, Obernkirchen und Rodenberg genannt, aber nicht Rinteln.

Eine Elternversammlung mit rund 130 Teilnehmern habe ein großes Interesse an einer Gesamtschule in Rinteln ergeben, so die Stadtelternratsvorsitzende, und nach ihren Informationen hätten sich in der Umfrage mindestens 50 Prozent der befragten Rintelner Eltern für eine Gesamtschule ausgesprochen. Petra Wienecke hatte deshalb auch einen Brief an den Landkreis geschrieben, von Schulamtsleiter Friedrich-Wilhelm Dehne aber nur erfahren, dass für eine Gesamtschule in Rinteln kein konkreter Antrag der politischen Parteien vorliegt. Ein Pro blem in Rinteln sei auch die "Schulraumstruktur" - das heißt, es gebe kein geeignetes Gebäude. Ein Argument, das Petra Wienecke nur begrenzt einleuchtet, denn zumindest auch in Stadthagen müsste neu gebaut werden, sollte dort eine zweite Gesamtschule eingerichtet werden. Außerdem, so ist teils ernst-, teils scherzhaft in der Elternversammlung diskutiert worden, gebe es beim demnächst leer stehenden Rintelner Krankenhaus ja Platz genug. Rintelns Gymnasialleiter Reinhold Lüthen äußerte sich gestern am Telefon überraschend positiv: Er sehe die Gesamtschule nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung, auch vor dem Hintergrund, dass dort die Schüler nach wie vor ein Jahr mehr Zeit für ihr Abitur haben - nämlich 13 statt zwölf Jahre. Probleme sieht Lüthen nur vor dem Hintergrund der bekannt knappen Finanzen des Landkreises: Es wäre sicherlich nicht glücklich, eine neue, zusätzliche Schule zu bauen, was zwangläufig zulasten anderer Schulen gehen würde. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Veit Rauch will erst eine grundsätzliche Entscheidung der "großen Politik" abwarten, noch sei ja keineswegs klar, ob das Land Niedersachsen einer weiteren IGS im Landkreis zustimmen wird. Auch SPD-Stadtratsfraktionschef Klaus Wißmann sieht hier das größte Hindernis. Grundsätzlich bewerte er die Schulform positiv für Rinteln, wenn hier auch erst die Raumfrage geklärt werden müsse. Die Krankenhausimmobilie steht für Wißmann nicht zur Debatte. Sollte es tatsächlich zu einem Krankenhausneubau kommen und damit zur Schließung des Rintelner Krankenhauses, "was hier niemand will", wäre das kaum vor dem Jahr 2013. Hinweis: Für interessierte Eltern will der Landkreis am 8. Mai um 19.30 Uhr in der Aula der IGS in Stadthagen einen Informationsabend veranstalten. Petra Wienecke appelliert an alle Rintelner Eltern, die Interesse an einer IGS haben, dann dort ihre Meinung auch kund zu tun.

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