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Positives Fazit für Ganztags-I-Gruppe

"Eltern stehen alle total auf Integration..."

Niedernwöhren (gus). Seit fünf Monaten gibt es im Niedernwöhrener Kindergarten "Abenteuerland" etwas landkreisweit Einzigartiges: Eine integrative, ganztägige und altersübergreifende Gruppe. Kita-Leiterin Franka Stefanski hat ein positives Fazit für die Anfangsphase gezogen.

Gemeinsam geht es wie geschmiert: Der zweijährige Jannik (sitzen

Was sich die Erzieherinnen von der Neuerung in pädagogischer Hinsicht versprochen haben, ist voll und ganz eingetroffen. Daraus, dass in der neuen Gruppe elf sogenannte Regelkinder, vier Kinder mit Behinderung und drei unter Dreijährige gemischt betreut werden, resultiere noch mehr Lerneffekt für die Sozialkompetenz. "Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Kinder untereinander verhalten", sagt Stefanski. Dieälteren Kinder kümmern sich demnach rührend um die Krippenkinder. Sätze wie "ich geh' mit ihm schon mal Zähne putzen", höre das Personal immer häufiger. Auch die gehandicapten Kinder profitieren von der Anwesenheit der Zweijährigen. Wenn ein Vierjähriger aufgrund geistiger oder körperlicher Behinderung nur Spiele beherrsche, die sonst Zwei- oder Dreijährige spielen, dann fühle sich das betreffende Kind nicht so stark ausgegrenzt. Denn von nun an seien ja auch noch andere da, die dieselben Spiele mögen. Deshalb lautet Stefanskis Zusammenfassung: "Integration, Altersmischung und Ganztagsbetreuung ergänzen sich hervorragend." Da nehme sie es gern in Kauf, dass die Arbeitsorganisation komplizierter geworden ist. Besonders das Schreiben der Dienstpläne sei teils eine echte Herausforderung - nämlich dann, wenn einer der zwölf pädagogischen und heilpädagogischen Mitarbeiter ausfalle. Auch ohne Ausfall ergeben sich aus der Ganztägigkeit ungewohnte Hürden. Jede Erzieherin arbeite 38,5 Stunden pro Woche. Die Ganztagsgruppe benötige aber während der 45 Betreuungsstunden drei ständig anwesende Betreuer. Die Dienstbesprechungen mussten in den späten Nachmittag und frühen Abend verlegt werden, weil erst dann die Ganztags-Betreuer Zeit hätten. Für die Kollegen, die nur bis zum Mittag arbeiten, bedeutet das zeitlichen Mehraufwand, so Stefanski. Nur weil ihr Team flexibel und engagiert sei, habe das Experiment der integrativen altersgemischten Ganztagsgruppe so gut funktioniert. Darin sieht Stefanski vor allem auch eine Art Standortsicherung - und somit auch eine Sicherung der Arbeitsplätze in der Kita. "Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal", erklärt die Kita-Chefin. Schließlich gehe es darum, alle vorhandenen Plätze zu besetzen. Das funktioniere speziell in Bezug auf die neue Gruppe bestens. Für zwei im Sommer frei werdende Plätze gebe es bereits sieben Anmeldungen. Stefanski spürt erhöhte Nachfrage des Angebots, Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam betreuen zu lassen. "Die Eltern stehen total auf Integration", so Stefanski. Das ergebe sich aus den Elternumfragen der Kita.

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