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Nach Brand: Restaurierung für 200 000 Euro / Zu Ostern soll erster Mahlgang wieder laufen

Eisberger Mühle hat ihre Mütze wieder auf

Porta Westfalica-Eisbergen (who). "Endlich sieht sie wieder aus wie eine Mühle", atmen Werner Röckemann und die Mitglieder der Mühlengruppe Eisbergen erleichtert auf. Der Grund dafür ist ein schwerer Autokran, der gerade - vorsichtig manövriert - die neue Haube auf Röckemanns Mühle in Eisbergen aufgesetzt hat. Damit ist das schwärzeste Kapitel in der Geschichte der Mühlengruppe Eisbergen geschlossen.

Maßarbeit am Boden und in der Luft: Die rund 14 Tonnen schwere H

Die Vorgeschichte dazu in Kürze: In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 hatte der Orkan Kyrill die Flügel der Mühle bei angezogener Bremse so stark drehen können, dass sich infolge von Überhitzung die Welle entzündete und die Mühle innerhalb kürzester Zeit abbrannte. Durch den Großeinsatz der Feuerwehr konnte nur der massive Baukörper gerettet werden. Mit großem Engagement hatten der Mühlenverein des Kreises Minden-Lübbecke, die Mühlengruppe Eisbergen und zahlreiche Spender den Wiederaufbau des Mühle vorangetrieben. Die Bemühungen haben sich gelohnt, die Interessenvereine sind am Ziel angekommen: Eisbergens Wahrzeichen kann sich jetzt an der Autobahn wieder in voller Montur präsentieren. 200 000 Euro fließen insgesamt in den Wiederaufbau der Mühle. Bereits Ende September, erklärt Friedrich Rohlfing aus Hille als Leiter des Mühlenbauhofs, sei die neue Haube aus Eichenholz als Rohbau neben der Mühle abgesetzt worden. Dort blieb sie über Monate, während sie die Handwerker mit Eichenholz verschindelten und das Getriebe sowie die Windrose montierten. "Das Ganze wiegt circa 14 Tonnen", schätzt Rohlfing, als die Angestellten der Zimmerei Rahden-Tonnenheide, André Schindler, Christian Dunker und Michael Köster, die Haube mit drei starken Gurten am mächtigen Haken des wartenden Autokrans vertäuen. Der Kran zieht vorsichtig an - da stellen die Zimmerer fest, dass die Last noch einmal heruntergelassen und neu ausbalanciert werden muss. Die Korrektur braucht noch einmal wenige Minuten und der Kran hebt die Holzkonstruktion erneut vorsichtig an. Dieses Mal geht die Haube endgültig nach oben und der Kranfahrer lässt seine tonnenschwere Fracht langsam auf den Drehkranz nieder. Ein kurzer, heikler Moment noch, dann haben die Zimmerleute, die in der Mühle gewartet haben, die Haube in ihre endgültige Position auf dem Drehkranz geschoben. Das Einsetzen der Flügel erfolgt ein paar Stunden später. "Die Haube liegt lose auf dem Drehkranz auf und ist im Grunde funktionstüchtig, sodass sie sich jetzt schon mithilfe der Windrose in den Wind drehen wird", erklärt Rohlfing weiter. Der Leiter des Mühlenbauhofs und stellvertretende Geschäftsführer des Mühlenvereins war gemeinsam mit Wilhelm Krömer, dem ersten Vereinsvorsitzenden, gekommen, um das Ereignis zu würdigen. Rohlfing erläutert das weitere Verfahren: Über die Wintermonate soll der Innenausbau der Mühle vor sich gehen. Dann werden Innenmechanik und drei Mahlgänge eingebaut, sodass voraussichtlich zu Ostern mindestens ein Mahlgang betriebsbereit sein wird - pünktlich zur Mühlensaison.

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