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Kein Bibbern auf der Baustelle – Firmen ziehen Mitarbeiter ab / Nächtliche B 217-Sperrung aufgehoben

Eingefroren: Große Bauprojekte liegen auf Eis

Bad Münder (jhr). Reinhard Müller redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Da geht momentan nix mehr“, schildert der Leitende Baudirektor des Landkreises die Situation am millionenschweren Neubau-Projekt KGS an der münderschen Bahnhofstraße. Die frühe Frostperiode hat die Großbaustelle kalt erwischt – und nicht nur die.

Ruhe am Bau: Für die KGS-Baustelle kam der Wintereinbruch zu früh.

Fast überall, wo derzeit im Freien mit Stein, Stahl oder Beton gearbeitet werden soll, ruht der Betrieb. Nach der langen Frostperiode im Frühjahr verkürzt der frühe Wintereinbruch das Super-Baujahr 2010 noch zusätzlich. „Vier Wochen sind wir inzwischen hinter dem Plan zurück – und jeder zusätzliche Wintertag kommt noch drauf“, erklärt Müller zur KGS-Baustelle. Ursprünglich hatte noch vor Weihnachten die oberste Decke geschlossen werden sollen, tatsächlich war nach dem starken Frost bereits Ende November Schluss – eine Etage weiter unten. „Mit so einem frühen Winter war nicht zu rechnen, der Bau konnte nicht mehr geschlossen werden“, sagt Müller. Im Januar sollen Überlegungen angestellt werden, ob dennoch im Untergeschoss bereits weitergearbeitet werden kann. Abgerechnet sein muss der Schulneubau im Jahr 2011, weil die Finanzierung zum Großteil aus Mitteln des Konjunkturpaketes bestritten wird. Müller ist optimistisch, dass diese Frist eingehalten werden kann.

Weitergearbeitet wird am Kindergarten-Neubau in Bakede. „Wir haben den Bau gerade noch rechtzeitig dicht gekriegt – aber das war schon knapp, weil der Kälteeinbruch so früh und plötzlich kam“, sagt Architekt Gerrit Niemeier. Im Innern des Kita-Baus läuft eine Bauheizung auf Hochtouren, die Wände sind bereits verputzt. „Das drohte allerdings kurz zu scheitern, weil das Silo draußen eingefroren war. Aber wir haben das Problem gelöst“, erklärt Niemeier. Derzeit gehört die Baustelle den Installateuren und Trockenbauern.

Auf Eis gelegt ist auch das Vorhaben, das in dieser Woche Autofahrer auf der B 217 zwischen Hachmühlen und Hasperde nachts massiv behindern sollte – die Sanierung der Eisenbahnbrücke. Eine Nacht lang galt die Vollsperrung der B 217 von 21 bis 5 Uhr, dann zog Helmut Hübner als verantwortlicher Ingenieur der ausführenden Firma Wittfeld seine Mitarbeiter ab: „Viel zu gefährlich“, sagt er – schließlich arbeiten seine Leute auf eisglattem Untergrund nah am Gleis. Ein weiteres Problem: Auf den glatten Straßen war auch der Schwertransport von benötigten Bauteilen nicht möglich. Erst im kommenden Jahr wird ein neuer Anlauf gewagt.

Planmäßig eingestellt wurden für dieses Jahr hingegen die Arbeiten an der Ortsumgehung Eimbeckhausen. Die Arbeiten an den Bückenbauwerken wurden aufgrund der Witterungsbedingungen eingestellt. Sie sollen und müssen im Januar wieder aufgenommen werden, kündigt Markus Brockmann, Leiter der Straßenbaubehörde in Hameln, an – damit der Zeitplan eingehalten werden kann.

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