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Sie sind die Besten ihres Jahrgangs / Drei Superschüler aus drei Schulformen vorgestellt

Einen traumhaften Notenschnitt hingelegt

Weserbergland (ohm). Steffen Gerlach, Sophie Buss, Franziska Kohlenberg und Jan-Philipp Szensy haben es geschafft: Sie sind die Besten ihrer Schulform. In einem kurzen Porträt stellen wir drei der Besten aus dem Weserbergland vor.

Jan-Philipp Szensy (Schnitt 1,33) liebt den Marathonlauf.

Konzentriert schweißt Steffen Gerlach die Nähte zusammen. In der Werkstatt auf dem kleinen Bauernhof seiner Eltern in Wahrendahl geht er seinen Hobbys nach: Basteln und neue Konstruktionen erfinden. Nach seinem Zivildienst möchte er in Bremen Maschinenbau studieren und sich später vielleicht auf Fahrzeugtechnik spezialisieren –, wenn die Arbeitslage stimmt. Dass er ein Händchen dafür hat, konnte er auch schon auf seiner Seminarfachfahrt beweisen: da half er, den liegen gebliebenen Bus zu reparieren.

Aber nicht nur in der Praxis kennt Steffen sich aus, auch die Theorie beherrscht er. Mathe und Physik waren im Abitur seine Leistungskurse. Und diese Prüfung hat er mit einem fantastischen Schnitt von 1,0 bestanden.

Dabei wäre er fast nicht aufs Gymnasium gegangen. „Ich war ein Spätzünder. Nach der Grundschule waren meine Eltern nicht ganz sicher, wo ich am besten aufgehoben bin“, gibt Steffen freimütig zu. Er sei keiner gewesen, der die Aufgaben immer schon Wochen im Voraus erledigt hätte, eher kurz vor den Terminen. Auch das tagelange Lernen ist nichts für Steffen. „Ich habe mir alles einen Tag vorher noch mal angeschaut. Das reichte dann. Außer bei den Abitur-Klausuren, da habe ich mehr gelernt“, erzählt er locker und überprüft seine Schweißarbeit.

Franziska Kohlenberg (Schnitt 1,4) ist die Schule leichtgefallen
  • Franziska Kohlenberg (Schnitt 1,4) ist die Schule leichtgefallen.
Steffen Gerlach (Schnitt 1,0) will sein Hobby zum Beruf machen:
  • Steffen Gerlach (Schnitt 1,0) will sein Hobby zum Beruf machen: Er möchte Maschinenbau studieren.

Neben den Bastelarbeiten schlägt Steffens Herz für die Musik: Er spielt Gitarre und Schlagzeug und war bis vor einem Jahr auch noch in einer Band, die bereits den Local Heros Wettbewerb gewinnen konnte.

Franziska Kohlenberg kann es immer noch nicht so richtig fassen: 1,4 ist der Schnitt ihres Abschlusszeugnisses von der Realschule in Bodenwerder. So gut war sie in den vergangenen zehn Schuljahren nie gewesen – selbst in der Grundschule nicht. Besonders freut sie sich über ihr gutes Abschneiden in ihren Lieblingsfächern Geschichte, Erdkunde und Politik. Für diese Fächer habe sie nicht so viel lernen müssen wie zum Beispiel für Mathematik oder Physik, erzählt Franziska lächelnd. Generell sei ihr die Schule nie schwergefallen. „Ich musste wie alle anderen auch vor den Arbeiten lernen und meine Hausaufgaben machen, aber mein Leben bestand nicht nur aus Schule“, erklärt sie bestimmt. Als Ausgleich zum stressigen Schulalltag geht Franziska gern schwimmen, joggen und reiten oder sie trifft sich mit Freunden.

In wenigen Wochen beginnt sie dann bei der Agentur für Arbeit eine Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsförderung. Zwischenzeitlich hatte sie zwar überlegt noch weiter zur Schule zu gehen, doch letztlich sei die Entscheidung zugunsten der Selbstständigkeit gefallen. „Ich wollte nach der Schule unbedingt auf eigenen Beinen stehen“, erklärt Franziska ihren Weg.

Dass er ausdauernd und diszipliniert ist, hat Jan Philipp Szesny in den letzten Jahren nicht nur als Marathonläufer bewiesen, sondern auch in der Schule: mit einem Notendurchschnitt von 1,33 verlässt er die Südstadt Grund- und Hauptschule. Natürlich ist da die Freude groß, doch eine Überraschung war es für ihn nicht. „Ich bin letztes Jahr schon Jahrgangsbester gewesen und konnte meinen Schnitt sogar noch verbessern, also kam das jetzt nicht so überraschend“, erklärt Jan Philipp. Die letzten Jahre seien die schönsten und auch notenmäßig die besten gewesen, doch Jan Philipp räumt ein, dass er dafür schon viel hat arbeiten müssen: „Manchmal saß ich dann halt bis um elf Uhr nachts und habe was für die Schule getan.“ Als Ausgleich zum schulischen Stress gab es für ihn immer den Sport. Marathonläufe, Boxen oder Kraftsport luden den Akku wieder auf.

Für Jan Philipp geht es nach dem Erweiterten Realschulabschluss an der Eugen Reintjes Schule weiter, wo er im Fachbereich Technik das Abitur machen möchte, um danach studieren zu können. „Ein Technik- oder Sportstudium in Köln wäre traumhaft“, schwärmt der ehemalige Hauptschüler. Wenn er dann noch eine Stelle als Sport- und Techniklehrer an einer Berufsbildenden Schule bekäme, sei alles perfekt. Dass es bis dahin aber noch ein langer Weg ist, weiß Jan Philipp natürlich, doch er will ihn genauso diszipliniert angehen wie seine Marathonstrecken auch. Und wer morgens zum Wachwerden schon acht Kilometer läuft, an dessen Disziplin wird wohl keiner zweifeln.

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