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Verwaltungsausschuss nickt Erstellung eines Teillandschaftsplanes für den oberen Deisterhang ab

Einecke empört sich über Mastbedingungen

Bad Münder (st/mf). Hähnchenmast – selbst im gesetzlichen Rahmen – widerspreche jeglichem Sinn und Zweck des Tierschutzes. Das findet CDU-Fraktionschef Harald Einecke, einst Ortsbürgermeister in Eimbeckhausen, wo Landwirt Hans-Jürgen Platte die Errichtung eines Stalles für fast 40 000 Tiere plant.


Es ist nach Eineckes Auffassung Aufgabe der Politik „von Brüssel bis Berlin“, für eine Bestandssicherung der Landwirtschaft zu sorgen – nicht aber auf den jetzt eingeschlagenen Wegen und nicht zu jedem Preis. „Die erlaubten Flächen in einer Größe von einem Blatt Schreibpapier verhindern, dass sich die Hähnchen gesund entwickeln“, kritisiert der CDU-Politiker. Den Mast-Tieren sei das Sättigungsgefühl weggezüchtet worden, damit sie innerhalb von nur 35 Tagen, mehr als das 35-Fache ihres Körpergewichtes zulegen. „Die Folge: Ein Viertel der Tiere kann am Ende der Mast kaum noch laufen, fünf Prozent sind bewegungsunfähig, zwei bis fünf Prozent sterben qualvoll“, beklagt Einecke die für ihn unhaltbaren Zustände in einer solchen Anlage. „Bei 40 000 Hähnchen in einem Stall sind das mehrere tausend Tiere pro Jahr, die auf diese Art zugrunde gehen“, empört sich der Ratsherr.

Außerdem fragt sich Einecke, wie die EU einerseits ein Programm zur Ansiedlung von Familien auf dem Lande unterstützen könne und andererseits die Lebensqualität durch die Förderung von Mastanlagen senke. Er fordert daher, die Turbo-Mast einzudämmen. Die Schlachtreife dürfe erst nach neun Monaten erreicht werden. „Die Tiere sollen in kleinen Gruppen mit genügend Auslauf gehalten werden, wo sie Platz zum Scharren und zur Körperpflege haben.“ Durch die artgerechte Haltung bekämen die Menschen zudem besseres Fleisch auf den Teller.

Der Verwaltungsausschuss (VA) hat jetzt auch die Weichen gestellt für die Erstellung eines sogenannten Teillandschaftsplanes, mit dem der obere Deisterhang gegen die umstrittene Ansiedlung von Mastställen geschützt werden soll. Um ein entsprechendes Vorhaben in Nettelrede zu verhindern, hatte der Rat bereits eine Veränderungssperre verhängt. Dauerhaft ist dies aber nur durch eine geänderte Bauleitplanung möglich. Danach dürften dort künftig nur Bebauungen entstehen, die im Einklang mit den Interessen des Kur- und Klinikbetriebs stehen. Der VA hat nun eine beabsichtigte Auftragsvergabe für die Neuplanung abgenickt.

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