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Maria Gierse-Westermeier vorgeschlagen

Eine Profi-Schlichterin soll ins Amt gewählt werden

Nienstädt (gus). Die Samtgemeinde Nienstädt soll einen echten Profi als ehrenamtliche Streitschlichterin bekommen: Der Samtgemeinderat hat Maria Gierse-Westermeier für den Posten vorgeschlagen. Die Entscheidung obliegt in letzter Instanz dem zuständigen Amtsgericht.

Maria Gierse-Westermeier.

Gierse-Westermeier stellte sich dem Gremium bei dessen jüngster Sitzung vor. Sie erklärte, dass sie als ausgebildete Mediatorin des deutschen Coaching-Verbands eine fachliche Vorbildung für die an sie herangetragene Aufgabe mitbringt. Seit 1983 lebe sie in der Samtgemeinde Nienstädt und würde sich freuen, wenn sie den Posten für die Samtgemeinde besetzen dürfte.

Aus dem Rat erntete Gierse-Westermeier reichlich Wohlwollen. Sowohl Herbert Presser (SPD) als auch Klaus-Ulrich Schmidt (Grüne) freuten sich über eine so geeignete Kandidatin. „Wir können von Glück sagen, dass wir so jemanden haben“, sagte Schmidt. Zumal Gierse-Westermeier ein Ehrenamt bekleiden will. „Viel Ehre, wenig Lohn“, umschrieb es Samtgemeindebürgermeister Rolf Harmening

Dieser erklärte, dass er die 58-Jährige eben wegen deren Fähigkeiten als Nachfolgerin des ausscheidenden Rudolf Leers aus Helpsen ins Spiel bringe. Der Verwaltungschef erklärte auf Wunsch Petra Ritters (CDU) auch die zunehmende Bedeutung des Streitschlichtens, das eine anerkannte Verfahrenswiese zum Beilegen von Konflikten unterschiedlicher Art ist. Bisher sei das Anrufen eines Mediatoren nur optional gewesen. Mittlerweile gebe es Angelegenheiten, die ohne den vorherigen Versuch einer Streitschlichtung gar nicht vor Gericht landen würden.

Werner Vehling (SPD) pflichtete dem bei, sagte, dass manche Anwälte dies noch gar nicht wissen und zurückgewiesen würden, wenn sie mit bestimmten Angelegenheiten vor Gericht ziehen wollten, ohne ihren Mandanten zuvor ein Schlichtungsverfahren vorgeschlagen zu haben.

Nicht zuletzt deshalb wächst die Zahl der Schlichtungsverfahren in der Samtgemeinde Nienstädt. Harmening sagte, es habe bisher pro Jahr zwei oder drei solcher Fälle gegeben. Jüngst stieg die jährliche Zahl aber in den zweistelligen Bereich per anno. „Das sind nicht immer einfache Fälle“, gab Harmening der Wunschkandidatin schmunzelnd mit auf den Weg. Diese wurde vom Rat einstimmig für den Posten vorgeschlagen.

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