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Lindhorster Oberschule legt großen Wert auf Sozialarbeit / Flüchtlinge und Inklusion als größte Herausforderungen

Eine bunte Schule

Samtgemeinde Lindhorst. An der Lindhorster Oberschule ist einiges in Bewegung. Seit der Abschaffung der Haupt- und Realschule hat sich vieles verändert. Mit intensiver Berufsberatung und einer starken Sozialarbeit versucht die Schule ihrem teils schlechten Image aus früheren Tagen entgegenzusteuern. Aktuell steht die Schule vor zwei großen Herausforderungen: Die steigende Zahl an Flüchtlingskindern und die Inklusion.

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Aktuell besuchen rund 40 Flüchtlingskinder die Oberschule, berichtet Schulleiter Christoph Pukall. Sprachlernklassen gibt es hier noch nicht. Leider, sagt Pukall, der bereits einen Antrag an die Landesschulbehörde gestellt hat. „Eigentlich würden uns, gemessen an der Schülerzahl, drei Klassen zustehen.“ Momentan stehen der Schule 30 Stunden für Sprachunterricht zur Verfügung, aber es fehle qualifiziertes Personal. Pro Schüler blieben maximal fünf Wochenstunden. Vor dem Hintergrund, dass drei Jugendliche gar nicht alphabetisiert sind, sei das zu wenig. „Zum Glück können ältere Schüler manchmal als Dolmetscher aushelfen.“ Auch der Hausmeister sei einmal mit Georgisch-Kenntnissen eingesprungen. „Wir können nur die Grundversorgung leisten“, das sei unbefriedigend.

Was das soziale Miteinander der Schüler betrifft – „das funktioniert gut“, ist Pukall überzeugt. Er habe ehrlich gesagt mit größeren Problemen und mehr traumatisierten Jugendlichen gerechnet, gibt er zu.

Über den Schulalltag hinaus möchte auch Schulsozialarbeiterin Birgit Schukowski etwas für die Flüchtlinge tun. Darum plant sie einen monatlichen Nachmittag, an dem Flüchtlinge und andere Zehntklässler gemeinsam etwas unternehmen. Kochen oder spielen zum Beispiel. Außerdem könnten sie zusammen schauen, welche Freizeitangebote es in Lindhorst gibt: Wo sind Sportvereine? Wo kann man Schwimmen gehen? Gerne würde Schukowski noch mehr für die Unterstützung der jungen Flüchtlinge unternehmen, aber auch sie stößt personelle an ihre Grenzen. Schließlich hat sie mit den Themen Berufsorientierung und den alltäglichen Sorgen der Schüler ohnehin alle Hände voll zu tun.

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Viel Zeit nimmt auch die Inklusion in Anspruch. Der Anteil der Schüler mit Förderbedarf sei an der Lindhorster Oberschule überdurchschnittlich hoch, so Pukall – etwa zehn Prozent. Dabei seien die ausländischen Schüler mit Sprachförderbedarf noch nicht eingerechnet. Sieben Förderlehrer gibt es bereits. Die größte Herausforderung sieht der Schulleiter im Förderbereich „emotional-sozial“. Oftmals stießen die Lehrkräfte im Unterricht an ihre Grenzen.

Die Schülerzahlen sind insgesamt schwankend. „Wir bekommen viele Schulübergänger von Gymnasien und Gesamtschulen“, Schüler die anderswo durchs Raster fallen. „Wir sammeln sie auf und bauen sie wieder auf“, sagt Pukall. Zudem sei der Einzugbereich sehr groß – von Hagenburg bis Messenkamp. Und im Gegensatz zur IGS könne die Oberschule keine Schüler ablehnen. Positiv macht sich das in den Schülerzahlen bemerkbar. Es sei nicht unüblich, dass die Schule mit 360 Jugendlichen starte und bis zum Schuljahresende auf 400 steigert. Oberschulen hätten manchmal mit einem schlechten Ruf zu kämpfen, sagt Pukall. Sie stünden teilweise im Schatten der IGS. Dabei ist sich Pukall sicher: „Oberschulen könnten so viel mehr.“ In Lindhorst liegt ein Schwerpunkt auf der Berufsorientierung und einer intensiven Sozialarbeit. kil

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