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3700 Fans feiern Joe Cocker in der AWD-Hall / „Hallo Hannover, wie geht’s?“

Eine Bluesstimme, die noch immer als unantastbar gilt

Ohne Zweifel gehört Joe Cockers geschundene Bluesröhre noch immer zu den Stimmen, die den höchsten Wiedererkennungswert weltweit haben. Seine Stimme kann in Trauer versinken, in Zärtlichkeit zerfließen und im gleichen Moment den Schmerz herausbrüllen.

Joe Cocker – ein Weißer, der den Blues wie ein Schwarzer singt.

Seit seinem legendären Auftritt auf dem Woodstock-Festival krächzt das Sheffielder Urgestein auf höchstem Niveau, überzeugt als musikalisches Stehaufmännchen, das sich bis dato erfolgreich durch Höhen und Tiefen des Musikgeschäfts geboxt hat. Zurzeit ist Mr. Cocker wieder ganz oben, denn sein aktuelles Album „Hard Knocks“ platzierte sich in vielen Ländern in den oberen Etagen der Albumcharts.

Seit dem 25. September tourt der 66-Jährige wieder durch die europäischen Konzertsäle, lässt bei jedem seiner Konzerte ein Hauch von Woodstock zurück – so auch in Hannover.

Doch bevor es zu einer der wohl bekanntesten Coverversionen der Musikgeschichte kam, sang sich der gebürtige Sheffielder mit einem „best of“ durch seine grandiose Karriere.

Als Warm-Up gab es vom Band zunächst James Browns „Get On Up (Sex Machine)“, bevor Joe Cocker mit „Get On“ eine Songperle aus seiner aktuellen Kollektion „Hard Knocks“ präsentierte. Nach dem eher unspektakulären Opener folgte mit der Cover-Version von Dave Masons „Feelin’ Alright“ gleich einer seiner legendären Klassiker.

„When The Night Comes“, „Summer In The City“, „The Simply Things“ – Cocker spielt Luftgitarre, benutzt seinen Körper um sich auszudrücken, bekommt tosenden Zwischenapplaus, als ihm bei „Up Where We Belong“ der erste Befreiungsschrei an diesem Abend aus der Kehle huscht.

Bis auf wenige Ausnahmen – mit „Get On“, „Unforgiven“, „Hard Knocks“ und „Thankful“ waren es vier Songs – verzichtete der Brite weitgehendst auf Stücke seines aktuellen Albums, konzentrierte sich bei Zusammenstellung der Setlist überwiegend auf seine Klassiker.

Bei „With A Little Help From My Friends“ brachte der Sänger seine ohnehin schon arg strapazierten Stimmbänder noch einmal ordentlich in Schwingung. Dann ein Schrei, der 1969 halb Woodstock lähmte und in die Analen der Musikgeschichte eingehen sollte.

Als Zugabe singt Joe Cocker mit „She Came In Through The Bathroom Window“ den dritten Beatles-Song an diesem Abend.

Noch heute wird kaum ein Künstler so eng mit Woodstock in Verbindung gebracht wie Joe Cocker. Nach unzähligen „ups and downs“ überzeugt Joe Cocker seit Jahren nur noch mit guter Musik, lebt sonst zurückgezogen auf einer Ranch in den Bergen Colorados. Er ist dankbar dafür, dass viele Fans mit ihm gewachsen sind und immer noch so zahlreich zu seinen Konzerten pilgern.

Vielleicht ein Grund mehr, dass er „Thankful“ zu einer seiner Lieblingssongs zählt.

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