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Partnerschaft des Landkreises mit Soissons besteht 2009 seit 40 Jahren

"Ein starkes Stück Entwicklung"

Stadthagen (sk). Im kommenden Jahr und in 2010 feiern der Landkreis Schaumburg und die französische Stadt Soissons ihre 1969 gegründete Partnerschaft. In einer gemeinsamen Sitzung der Partnerschaftsausschüsse aus Soissons und dem Landkreis wurden die Feiern zum Partnerschaftsgeburtstag besprochen. Vom 17. bis 21. Juni 2009 ist eine Schaumburger Delegation in der französischen Partnerstadt zu Gast. Im Jahr darauf wird in Schaumburg gefeiert.

Der Soissons-Ausschuss, Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier (l

In den siebziger Jahren wurde der deutsch-französische Austausch vor allem von Verbänden und Vereinen getragen. Später verlagerte sich die Maßnahmen auf die Jugend und die Schulen. In diesem Bereich sind die Besuche und Gegenbesuche nie abgerissen. 2008 waren sogar erstmals zeitgleich Schüler zweier französischer Schulen zu Gast am Stadthäger Ratsgymnasium. Eine weitere Gruppe besuchte im Mai die IGS. Wiederbelebt werden soll der Austausch im Bereich der Jugendfeuerwehren. Im August 2009 erwartet die Kreisjugendfeuerwehr 20 Kameraden aus Soissons. Als ein "starkes Stück Entwicklung" hatte Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier im Anschluss an die Ausschusssitzung die Entwicklung der Partnerschaft bezeichnet. In den ersten Austauschjahren sei man nicht von allen Teilen der Bevölkerung in Soissons willkommen geheißen worden. Der Krieg lag erst ein paar Jahrzehnte zurück. Man müsse verstehen, welche Ängste und Gefühle damals im Raum gestanden hätten. Und man müsse die Historie im Hintergrund sehen, um nachzuvollziehen, dass sich in der deutsch-französischen Begegnung seit Beginn der Partnerschaft "ein starkes Stück Entwicklung" vollzogen habe, soSchöttelndreier. Nicht nur im Kopf sondern vor Augen haben die Einwohner von Soissons einen Kriegsschauplatz des ersten Weltkrieges. Am "Chemin des Dames", einem 30 Kilometer langen Höhenzug, fielen nicht nur mehr als 200 000 Franzosen und Deutsche, sondern hier schworen Soldaten beider Seiten auch der kriegerischen Gewalt ab. An das, was damals passiert ist, wollen die französischen Austauschpartner immer wieder erinnern, als "Beispiel für viele andere Länder, die sich in Krisensituationen befinden", sagte der ehemalige Bürgermeister von Soissons, Bernhard Lefranc im Pressegespräch. In der Erinnerung gehe es ausdrücklich nicht um Patriotismus und es sollten keine Kriegshelden gefeiert werden. Es gehe vielmehr darum, über das Gedenken an damals "am Frieden weiterzuarbeiten und Europa weiter zu entwickeln". Von der positiven Entwicklung in der Partnerschaft sollen vor allem "Jugendliche auf beiden Seiten profitieren", wünscht sich der Schaumburger Soissons-Ausschussvorsitzende Friedel Pörtner.

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