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Nabu zählt nur 16 Eulenjunge - durch das feuchte Frühjahr gab es zu wenig Beute für die Jungen

Ein schlechtes Jahr für Rintelns Schleiereulen

Rinteln (rd). Ein feuchtes Frühjahr, wenig Beute - mit 16 Schleiereulenjungen in Rinteln fällt das Brut-Ergebnis für die Eulen in diesem Jahr schlecht aus, wie die Rintelner Ortsgruppe des Naturschutzbunds (Nabu) jetzt mitgeteilt hat. Üblich sei, dass Schleiereulen zwei Mal im Jahr brüteten - in diesem Jahr gab es wegen der niedrigen Mäusepopulation jedoch nur eine Brut.

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"Dieses Jahr war durchwachsen für die Schleiereule", zeigt sich Nick Büscher, 1. Vorsitzender der Rintelner Naturschützer, enttäuscht. Die Ursache sei vor allem das sehr feuchte Frühjahr, wobei viele Mäuse - das hauptsächliche Beutetier der heimischen "Tyto Alba", wie der lateinische Name der Schleiereule lautet - durch Hochwasser umgekommen seien. So habe den Schleiereulen Nahrung gefehlt. "Wenn die Nahrung fehlt, bleiben auch die Bruten aus. Normalerweise brüten unsere Schleiereulen ab Ende April. In diesem Jahr zog sich die Erstbrut bis Ende September", so Büscher weiter. Im Regelfall brüten Schleiereulen zwei Mal im Jahr, in Jahren mit hohem Mäusebestand auch öfter. In diesem Jahr fiel die zweite Brutperiode jedoch komplett aus. Das Ergebnis, so teilte der Naturschutzbund mit, liege bei 16 Schleiereulenjungtieren und 15 Turmfalkenjungen - die Totfunde und fehlgeschlagenen Bruten abgezogen. Doch die Naturschützer zeigen sich zuversichtlich: Wenn im nächsten Jahr die Mäusepopulation wieder ansteigt, so die Hoffnung, werden auch wieder mehr Schleiereulen-Junge ausgebrütet. "Die Schleiereule braucht weiterhin die Hilfe des Menschen", mahnt Büscher. Die Schleiereule brütet für gewöhnlich in Baumhöhlen und ähnlichen Verstecken, die in aus- und aufgeräumten Landschaften aber zur Seltenheit geworden sind. Also hat sie die menschlichen Siedlungen zu ihrem Lebensraum auserkoren; die Schleiereule jagt und brütet dort, wo sie Mäuse findet, meist in offenen Scheunen, Dachböden oder Kirchtürmen. "Um der Schleiereule eine Brutmöglichkeit zu bieten, hat der Nabu in den letzten 20 Jahren das Artenschutzprogramm für diese Eule ausgeweitet", erklärt Büscher. Über 40 sogenannte Schleiereulenkästen hat der Nabu in Rinteln und Umgebung aufgehängt. Zwei Mal im Jahr kontrolliert der Naturschutzbund die Nisthilfen. Die Gefahren und Probleme für die Schleiereule, warnt Büscher, sind nach wie vor die bekannten: Verschlossene Scheunen und Häuser, aufgeräumte Landschaften, Stromtod durch Mittelspannungsmasten, der Straßenverkehr sowie der Einsatz von Mäusegiften in der Landwirtschaft. "Um der Schleiereule auch in Zukunft eine Existenz in unserer dicht bebauten und zersiedelten Welt zu ermöglichen, sind weitere Anstrengungen nötig", betont Büscher. Kontakt: Informationen zu Schleiereulen und was jeder Rintelner für den Schutz der Vögel tun kann, erteilt der Nabu unter (05751) 5237.

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