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Keine Beteiligung an Fusion in Hameln: Volksbank Bad Münder will eigenständig bleiben

Ein Schlauchboot zwischen zwei Tankern

Bad Münder (mf). Ungeachtet der geplanten Banken-Hochzeit zwischen Hameln und Schaumburg (wir berichteten) will die Volksbank Bad Münder an ihrer Selbstständigkeit festhalten. Vorstandssprecher Stefan Markwirth erteilte erneut allen Fusionsüberlegungen eine Absage.

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Die Nachricht vom Zusammengehen der Volksbank Hameln-Stadthagen und der Volksbank in Schaumburg sei für ihn nicht überraschend gekommen, verriet Markwirth. „Wir wussten das schon einige Zeit.“ Es gebe einen regelmäßigen Austausch unter den benachbarten Geldhäusern.

Ein Anschluss Bad Münders sei zu keinem Zeitpunkt ein Thema gewesen. Schließlich sei die Position von Vorstand und Aufsichtsrat hinlänglich bekannt. „Wir sind der Meinung, dass wir als eigenständige Bank unseren Kunden besser dienen können, weil wir räumlich und emotional näher an ihnen dran sind“, sagt Markwirth. Für die Stadt sei ein selbstständiges Geldinstitut als Wirtschaftsfaktor ebenfalls von Vorteil, glaubt der Vorstandschef. Und schließlich gehe es auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen, deren Abbau bei Fusionen regelmäßig eine Rolle spiele.

Die Feststellung seines Hamelner Vorstandskollegen Heinz-Walter Wiedbrauck, wonach kleinere Banken kaum mehr in der Lage seien, die zunehmenden Regulierungsvorgaben der Europäischen Union zu erfüllen, bestreitet Markwirth nicht und spricht von einer großen Herausforderung. Zumindest bislang sei das aber noch kein Grund gewesen, auf Partnersuche zu gehen. Einen Großteil der Aufgaben habe man nämlich auf Dritte – und hier speziell auf den Genossenschaftsverband als Dachorganisation – auslagern können. Er könne sich allerdings auch vorstellen, Dienstleistungen künftig bei den benachbarten Banken einzukaufen, wenn sich dies im Einzelfall anbiete.

Mit Blick auf deren angestrebte Expansion bemüht Markwirth ein Bild: „Auch wenn immer mehr große Tanker auftauchen, können wir mit unserem kleinen Schlauchboot noch gut um sie herum manövrieren.“ Zwar seien die eigenen räumlichen Wachstumsmöglichkeiten inzwischen sehr begrenzt, bislang habe die Volksbank Bad Münder aber noch keine Federn lassen müssen.

„Im Gegenteil. Wir haben in den vergangenen Jahren sogar erheblich Kunden hinzugewonnen, denen es woanders zu unpersönlich geworden ist“, sagt Markwirth unter Verweis etwa auf die Fusionsentwicklungen in Springe und Schaumburg. „Unsere Kunden können bei Bedarf direkt mit dem Vorstand sprechen und gehen danach auch gleich mit einer Entscheidung wieder aus der Tür.“ Diese Nähe sei ein klarer Wettbewerbsvorteil und als Strategie ausbaufähig, so Markwirth.

Mit der Verschmelzung zwischen Hameln und Schaumburg würde die dort entstehende Volksbank mit einer Bilanzsumme von 1,97 Milliarden Euro zur viertgrößten in Norddeutschland aufsteigen. Kaum kleiner ist die Volksbank Lehrte-Springe-Pattensen-Ronnenberg (1,26 Milliarden Euro). Die Volksbank Bad Münder mit einer vergleichsweise bescheidenen Bilanzsumme (222 Millionen Euro) würde von beiden Riesen komplett in die Zange genommen.

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