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Ex-Bückeburger Leistungsträger Torsten Kilb lebt und arbeitet seit sieben Jahren in Anderson

Ein "Schaumburger Wolkenkratzer" in den USA

Fußball (cb). Mit seinen 197 Zentimetern war Torsten Kilb auf dem Fußballplatz nicht zu übersehen: Wie ein Funkturm wirkte der Abwehrchef des VfL Bückeburg auf seine Gegner. Klar, dass er im eigenen Strafraum "Herr der Lüfte" war. Und was der gelernte Bankkaufmann nicht erwischte, wurde eine Beute von Jens Struckmeier - sein langjähriger Kamerad zwischen den Pfosten.

Seine Frau hat Torsten im ehemaligen "Hannen-Faß" in der hannove

Dabei stand die Fußballkarriere des langen Wuschelkopfes in jungen Jahren gar nicht fest. Als Tennisspieler durfte er sich Jugend-Kreismeister schimpfen und als Basketballer hatte sich Torsten für die Top-Niedersachsen-Auswahl qualifiziert. Die Liebe nach Toren setzte sich letztlich gegen Körbe und Filzbälle durch und das aufstrebende Fußballteam des VfL gewann eine weitere gute Kraft hinzu. Mit taktischem Verständnis, gutem Stellungsspiel, gepaart mit positiver Ruhe und solider Technik wurde der gebürtige Bückeburger zum Leistungsträger. Für eine Saison verließ er Ende der 80er-Jahre seinen Heimatverein, ohne jedoch die Trikotfarben zu wechseln. Der TuS Hessisch Oldendorf, seinerzeit in der vierthöchsten Spielklasse ansässig, hieß die Zwischenstation. Bei seiner Rückkehr lernte er mit Uwe Cording einen seiner vielen Trainer kennen. Nach einer fünfjährigen beruflichen Pause, mit Aufenthalten in Holland, der Schweiz und den USA, war das Bedürfnis groß, wieder Heimatluft zu schnuppern - und den grünen Rasen zu betreten. Dittmar Schönbeck hieß inzwischen der Trainer. Seine Entlassung nahm der gelegentliche Querdenker zum Anlass, sich solidarisch zu zeigen und nahm eine halbjährige Auszeit. Seit sieben Jahren lebt und arbeitet der 42-Jährige in den USA. Seit dem 1. Januar ist er als Chief Executive Officer Boss von 110 Mitarbeitern in Anderson im Staat South Carolina. Die Firma Friedrichs& Rath, dessen Stammsitz im Extertal ist, produziert Präzisionskunststoffteile für die Automobilindustrie. Für das BWM-Werk im benachbarten Spartanburg ist man gar Direktlieferant. Dafür, dass es Torsten im fernen Amerika nicht langweilig wird, sorgt vornehmlich Catherine. Mit der Kenianerin ist der Schaumburger seit zehn Jahren verheiratet. Mit ihr war er gerade auf einem Kurztrip in New York, als am 11. September die Anschläge die Stadt erschütterten. Drei bis vier Mal im Jahr wird von Atlantaüber den großen Teich nach Europa gejettet. Und regelmäßige Telefonate mit seinem Freund und ehemaligen Mannschaftskollegen Thomas Kusch sorgen dafür, dass letztlich auch Sportinfos nicht zu kurz kommen. Die Bundesliga kann über das Internet gehört werden, bewegte Bilder gibt es derzeit ausschließlich von der englischen Premier League. Dafür gibt es bei den Besuchen das eine oder andere Bundesligaspiel live. Und mit dabei ist immer ein Kulturgut: ein frisch gezapftes Pils nach deutschen Reinheitsgebot. Seine eigenen sportlichen Aktivitäten sind derzeit gegen null herunter gefahren. Das soll sich aber ändern...

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