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Magdalena Koller: "Etwas finden, was dem Leben gut tut"

Ein Leben für die Musik - und für Waisen in Afrika

Rinteln. Ohne Musik und Gesang wäre Magdalena Kollers Leben kaum vorstellbar. Und ganz bestimmt auch nicht ohne ihre Beziehung zu Gott, die gerade im Musikalischen so unbefangen und ohne große Diskussionen zum Ausdruck kommen kann.

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Autor:

Cornelia Kurth

"Ich stamme aus einer sehr frommen, pietistischen Familie", sagt die 51-jährige Pastorenfrau und Musikpädagogin aus Engern. "Meine Kindheit war von der quälenden Frage geprägt, ob ich nun falsch oder richtig vor Gott stehe. Deshalb wohl habe ich eine besonders hohe Sensibilität dafür, Gott so zu suchen, dass ich etwas finde, was dem Leben gut tut." Als sie in Heidelberg ihr Studium der Musik, Religion und Mathematik begann, hatte sie im Sinn, als Lehrerin nach Afrika, in die "große, weite Welt" zu gehen, möglichst weit weg vom beengten Zuhause im süddeutschen Wiesloch mit seinen ständigen "Evangelisationen", der sündenbewussten Selbstbefragung, dem unentrinnbaren schlechten Gewissen. Dann entdeckte sie eine studentische Meditationsgruppe, die liturgische Feiern mit viel Gesang abhielt und merkte: "Diese Richtung tut mir gut, nicht immer nur reden und beten, sondern singen, sich einfach fallen lassen." Seit 25 Jahren fährt sie regelmäßig in die Schweiz, ins Meditationszentrum "Via Cordis" des katholischen Theologen und Psychoanalytikers Franz Xaver Jans-Scheidegger, dessen naturverbundene Spiritualität viel dazu beigetragen hat, dass Magdalena Koller sich auch beruflich ganz auf die Musik einließ. Das war, als sie ihrem ebenfalls sehr musikalischen Mann Reinhard Koller ans Steinhuder Meer folgte, wo er eine Pastorenstelle übernahm. In Stadthagen legte sie die C-Prüfung fürs Orgelspiel ab, leitete Kinderchor, Gospelchor und gab Unterricht an der Musikschule Bückeburg (das macht sie noch heute). Außerdem nahm sie Gesangsunterricht und mit ihrer vollen Stimme entstand vor sechs Jahren eine CD voller jüdischer Lieder: "Ashira - ich singe". Diese CD markiert auch eine wichtige Verbindung nach Afrika, wo sie einmal Lehrerin werden wollte. In Steinhude nämlich lernte sie eine Familie kennen, deren Tochter mit dem Bruder einer höchst eindrucksvollen afrikanischen Frau verheiratet ist, Felicité Kao, die in Togo ein Waisenkinderheim eröffnete, das Unterstützung brauchte. 5000 Euro kamen durch den Verkauf der CD zusammen und dem Kinderheim zu Gute, für dessen Erhalt sich Magdalena Koller weiter engagiert in der Kirchengemeinde Engern/ Steinbergen, in der ihr Mann seit sechs Jahren die Pastorenstelle innehat. "Es war seltsam, plötzlich eine solche Verantwortung zu tragen", sagt sie. "Zu sehen, wie in Afrika schon kleinste Spenden ausreichen, um Kindern eine Zukunft zu eröffnen, das zeigt uns allen, wie einfach wir es hier haben." Ja - manchmal ist das Leben hier wirklich ganz einfach. Zum Beispiel, wenn Magdalena Koller einen ihrer musikalischen Musikausflüge in die freie Natur anbietet. "Im Gehen zu singen und dabei die Jahreszeit zu erfahren, damit kann man so gut Kraft schöpfen." Sie selbst ist ein schönes Beispiel dafür, dass das auch wirklich klappt.

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