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12 000 Fans feiern mit den Scorpions Abschied in der TUI-Arena

Ein „Hurricane“, der seit 45 Jahren über den Globus fegt

Sowohl Lena, als auch die Scorpions haben die Landeshauptstadt europa/weltweit bekannt gemacht, Hannover ein musikalisches Gütesiegel par excellence verliehen. Während Lena sicher noch einige erfolgreiche Jahre vor sich haben wird, können die Scorpions auf eine einzigartige 45-jährige Karriere zurückblicken. Mehr als 100 Millionen Scheiben haben die Leinerocker weltweit unters Volk gebracht, in den größten Stadien rund um den Globus Erfolge gefeiert – und das soll jetzt alles vorbei sein?

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Obwohl Rudolf Schenker und Klaus Meine bereits jenseits der 60 sind, schlagen ihre musikalischen Herzen wie die eines 30-jährigen Rock-Jünglings.

Ein vorweg genommener Showdown gleich zu Beginn des Konzerts – mit „Sting In The Tail“ beweisen Meine & Co, dass der Scorpions-Stachel sich noch immer tief ins Rock’n’ Roll-Herz ihrer Fans bohrt.

Mit Feuer-Fontänen und Flammenwerfer geht’s gleich in die Vollen – Klaus Meine schnappt sich in gewohnter Manier das Mikro, das er an diesem Abend zu seinem Lieblingsspielzeug auserkoren hat, während „Rudi“ Schenker mit offenem Mund und wilder Gestik ein Power-Riff nach dem anderem aus seiner speziell designten Fying-V-Gitarre holt. „Make It Real“, aus dem 80er-Album „Animal Magnetism“, knüpft nahtlos an den Opener an, gefolgt von „Bad Boys Running Wild“.

Rudolf Schenker ist mit seiner Flying-V- auf „Du und Du&ld
  • Rudolf Schenker ist mit seiner Flying-V- auf „Du und Du“
Eine Stimme die Mauern einreißen kann – Klaus Meine bei &b
  • Eine Stimme die Mauern einreißen kann – Klaus Meine bei „Wind Of Change“

Noch nie war in den Logen der TUI-Arena bei einem Rockkonzert die Promi-Dichte so hoch – nun ja, es könnte ja der letzte Gig der Jungs in Hannover gewesen sein – und den wollte sich keiner entgehen lassen. Von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, Carsten Maschmeyer, Udo Lindenberg, Mirko Slomka bis hin zu Staranwalt Götz von Fromberg waren sich alle einig: Das ist eine Show auf höchstem Rock-Niveau.

Meine spielt mit dem Publikum, lässt die Fans lautstark „The Best Is Yet To Come“ singen, feuert Drumsticks in die Massen, bevor er den Konzertbesuchern eine kurze Verschnaufpause gönnt. Feuerzeuge flammen auf, als der Sänger „Send Me An Angel“ anstimmt – Schenker und Jabs hängen sich Akustik-Gitarren um, Drummer James Kottak sitzt auf einem Spezialstuhl und bearbeitet ihn wie ein Cajon. Später lässt der US-Amerikaner mit vollem Besteck wieder die Felle qualmen.

Man glaubt es kaum, aber James Kottak hat auch eine eigene Band (Kottak), in der seine Ehefrau Athena hinter der Schießbude sitzt, er unter dem Namen Jimmy Ratchitt Gitarre spielt und auch den Gesang übernimmt.

„Raised On Rock“, „Tease Me, Please Me“ – Deutschlands erfolgreichster Rock-Export arbeitet sich zum nächsten Showdown, der mit einem „Aussetzer“ der besonderen Art beginnt: Während James Kottak bei seinem Schlagzeugsolo auf dem glitzernden Teleskopturm abhebt, springt die Band aus den silbernen Würfeln und stimmt „Blackout“ an – dabei rockt Schenker mit Kopfverband – das DRK sieht’s gelassen.

Der Zugaben-Teil beginnt mit der Scorpions-Hymne „Still Loving You“ – Meines Stimme ist an diesem Abend – dem Himmel sei Dank - einfach nicht kaputt zu kriegen. Der Scorpions-Überhit „Wind Of Change“ wird angepfiffen – Erinnerungen an die Perestroika werden wach – im Rahmen der Modernisierung des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Systems der Sowjetunion erschufen die Scorps einen Hit für die Ewigkeit – Gänsehaut-Feeling pur.

Dann bricht noch einmal ein tosender Wirbelsturm über die TUI-Arena herein. „Rock You Like A Hurricane“ – ein würdiger Abschluss eines grandiosen Konzerts. 45 Jahre Scorpions – da wurden noch einmal ganz große Gefühle wach.

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