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Ein Haus für zwei Feuerwehren?

BEBER/ROHRSEN. Wieder ein Ortsrat, wieder eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Feuerwehr, wieder eine Position, die von den Vorschlägen der Stadtverwaltung abweicht: Auch im Ortsrat Beber-Rohrsen wird über den Neubau eines Feuerwehrhauses nachgedacht.

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Autor:

GERT MENSING und Jens Rathmann

Der Vorstoß des Ortsrates, einstimmig beschlossen: Die Verwaltung wird gebeten, einen Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen einem Neubau und der zur Beratung anstehenden Sanierung der beiden Feuerwehrhäuser in Beber und Rohren in Auftrag zu geben. „Wir lehnen eine Sanierung der beiden Häuser nicht ab. Aber in der aktuellen Situation muss überlegt werden, ob nicht eine andere Lösung geeigneter ist, die Feuerwehren für die Zukunft aufzustellen“, sagt Karsten Homeier. Homeier ist Ortsratsmitglied und er ist stellvertretender Ortsbrandmeister in Beber – konnte die anderen Mitglieder des Gremiums also aus erster Hand informieren.

750 000 Euro für Sanierung,
900 000 für Neubau?

Das von der Stadt in die Diskussion gegebene Konzept zur Mängelbeseitigung sieht für Um- und Anbauten an die bestehenden Häuser in Beber und Rohrsen Kosten in beträchtlicher Höhe vor. Auf 413 350 Euro beläuft sich die Schätzung für Beber, in Rohrsen werden Kosten in Höhe von 339 915 Euro erwartet. Nicht eingerechnet sei dabei die Schaffung weiterer Parkplätze, sagt Homeier – und stellte im Ortsrat andere Überlegungen vor: Für rund 750 000 Euro könnten die beiden vorhandenen Häuser saniert werden, für rund 900 000 ein Neubau errichtet werden, der sowohl die Feuerwehr Rohrsen als auch die Feuerwehr Beber beherbergen könnte. Die Summe leitet Homeier aus den Neubaukosten für ein Feuerwehrhaus in Afferde ab, das im August eingeweiht wurde und sogar noch größer sei als das, das zur Unterbringung der Wehren Beber und Rohrsen benötigt werde.

Deutlich wurde im Ortsrat auch, dass die Wehren mit einer gemeinsamen Lösung durchaus anfreunden können. Beide sehen sich derzeit gut aufgestellt, die Ortswehr Beber hat gerade erst in einer Werbeaktion fünf neue Mitglieder für den aktiven Dienst gewinnen können. Bei der aktuellen Zahl der Aktiven stoße das vorhandene Feuerwehrhaus auch nach einem Umbau wieder an seine Grenzen. „Es ist eine beachtliche Summe, die die Stadt und ihre Bürger in die Hand nehmen müssen. Wir brauchen eine Lösung, die für viele Jahre gut ist – aber wer kann schon jetzt sagen, wie die Entwicklung in zehn Jahren ist“, sagt Homeier. Dabei gibt es in dem Ortsteil, in dem ohnehin in den Vereinen Mitglieder aus Beber und aus Rohrsen zusammenkommen, derzeit auch Zeichen dafür, dass auch die Feuerwehren näher zusammenrücken. Noch in diesem Monat soll eine gemeinsame Jugendfeuerwehr gegründet werden. Der Mannschaftswagen der Feuerwehr Beber würde schon jetzt von den Kollegen in Rohrsen mitbenutzt. Ortsbürgermeisterin Elke Osterkamp zeigte sich erfreut über den Vorschlag und selbst ihr Vorgänger Heinz Spangenberg zeigte sich überrascht über die Initiative seitens der Ehrenamtlichen.

Diskutiert wurde auch die Frage, ob ein gemeinsames Haus für die Feuerwehren auch den Verlust eines Fahrzeugs bedeuten würde. Homeier sieht diese Gefahr nicht: „Wie sollen denn 45 Einsatzkräfte mit nur einem Fahrzeug zurecht kommen?“

Der Feuerlösch-Ausschuss wird sich in der kommenden Woche mit den Positionen zum Feuerwehr-Konzept befassen.

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