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Haworth feiert 110 Jahre Büromöbelherstellung am Standort Bad Münder / Stabile Auftragslage

Ein „Global Player“ – und lokal gut verwurzelt

Bad Münder (hzs). Mehr als 600 Anmeldungen waren für den Blick hinter die Kulissen eingegangen – Haworth hatte zum Familientag aufs Firmengelände geladen. Die Besucher erlebten in den vom neuen Sägespäne-Heizkraftwerk wohlig temperierten Werkshallen einen abwechslungsreichen, vorweihnachtlichen Tag.

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Da wehte etwa der Duft der von der BIK zubereiteten Pfannkuchen ebenso durch die Fabrikhallen wie die Klänge der von Stefan Bothur dirigierten Werkskapelle. Junge BIKonelli-Artisten zeigten ihre Künste, Thomas Umlauf von SC hatte eine „Murmellandschaft“ organisiert, und auch die Kunstwerkstatt Bad Münder lud Jung und Alt zu allerlei kreativem Tun ein. Beim von Ziegenbuchen-Chef Peter Bogorinsky und seinem Team servierten Mittagsessen („Heute ist Haworth bratwurstfreie Zone“) konnten sich die Familien der Werksangehörigen und viele Gäste anhand einer Präsentation über die Firmengeschichte informieren.

Das Familienunternehmen Dyes wurde 1901 gegründet und produzierte von Beginn an Schreibtische und Stauraummöbel. 1999 ging Dyes in das US-amerikanische Familienunternehmen Haworth über, das in dritter Generation von Inhaber Matthew Haworth und seinem Geschäftsführer Franko Bianchi geleitet wird. Weltweit hat Haworth derzeit 6500 Beschäftigte, 450 davon an zwei Standorten in Deutschland. Rund 150 Mitarbeiter fertigen in Bad Münder Schreibtischbehältermöbel. „Rund 130 Schreibtischcontainer pro Tag, 210 Schränke pro Schicht und unsere neue Maschinenstraße liefert 3000 Teile in sieben Stunden“, erklärte Produktionsleiter Detlef Dobelmann den Teilnehmern während der Werksführungen.

„Ein ,Global Player’ kann auch sehr erfolgreich familiengeführt sein, wenn die Branche hinreichend klein ist“, machte Verkaufs- und Marketingdirektor Michael Kaiser deutlich. Die Krise vor knapp zwei Jahren sei überwunden, die Auftragslage stabil und seit dem zweiten Halbjahr 2010 seien wieder „schöne Zuwächse“ zu verzeichnen. „Wir hoffen das laufende Jahr im Vorjahrsvergleich mit einem Plus zwischen 22 und 25 Prozent abschließen zu können“, kündigte er an. Eine frohe Botschaft auch für den Betriebsratsvorsitzenden Gerd Ahrens. „Wir wünschen uns, dass die Anlagen stabil ausgelastet sind, unsere Produkte am Markt greifen und auch wieder eine zweite Schicht angepeilt werden kann.“

Auch Produktionsleiter Detlef Dobelmann hat angesichts der positiven Entwicklung Wünsche: „Ein automatisches Hochlager etwa, denn das Sortieren ist derzeit sehr aufwendig.“ Rund eine Million Euro würde eine solche Investition in den Standort Bad Münder kosten.

Trotz der internationalen Aufstellung mit Produktionsstätten in China, Frankreich, Italien, Portugal, der Schweiz, Spanien, Indien, Kanada und den USA habe das Unternehmen die „Welt unmittelbar vor seinen Füßen“ nicht aus den Augen verloren. „Wir sind mit dem lokalen Geschehen in Bad Münder hervorragend verbunden“, so Kaiser angesichts des gelungenen Familientages. „Das wird auf unabsehbare Zeit auch so bleiben.“

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