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"Ein ganz hartes Ding für die Betroffenen"

Bückeburg (rc). Einen ungewöhnlichen "Antrag" hat dieser Tage die "Bückeburger Tafel" erhalten. Eine Mutter mit zwei Kindern schrieb den ersten Vorsitzenden Gerhard Brunzema an, ob die "Tafel" nicht Schulranzen für ihre Kinder zur Verfügung stellen könne. Ihre Zwillinge seien aus den alten herausgewachsen und bräuchtennun dringend neue.

Sie sei Hartz IV-Empfängerin, so die Mutter weiter. Das Sozialamt habe es aber abgelehnt, die Kosten für neue Schulranzen zu übernehmen. Die "Hilfe in besonderen Lebenslagen" sei mit der Einführung von Hartz IV abgeschafft worden. Als Ausgleich werde im Regelfall ein um etwa 50 Euro über dem alten Sozialhilfesatz liegender Hartz IV-Betrag ausgezahlt. Daraus sollen dann Sonderanschaffungen wie eben Schulranzen oder aber Bekleidung oder Haushaltsgegenstände angeschafft werden. Wie Brunzema sagte, könne er die Behörden mit diesen Stellungnahmen verstehen, "für die Betroffenen ist es aber ein ganz hartes Ding". Er wisse aus seinen Erfahrungen, dass in den seltensten Fällen die zusätzlichen 50 Euro beiseite gelegt werden könnten, um tatsächlich außerplanmäßige Anschaffungen tätigen zu können. "Meistens wird das Geld komplett für das tägliche Leben gebraucht und ausgegeben." Auch die "Tafel" könne in solchen Fällen wie den Ranzen keine Mittel zur Verfügung stellen. "Wenn wir das anpacken würden, das wäre ein weites Feld..." . Weil er dennoch etwas tun will, erklärte sich Gerhard Brunzema bereit, im Fall der Mutter mit ihren zwei Kindern vermittelnd tätig zu werden. Wer also helfen kann und will, sei es durch Schulranzen oder eine Geldspende, kann sich mit dem Chef der Tafel in Verbindung setzen: (0 57 22) 15 04.

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