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Die Pfälzer Mandelblüte entlang der deutschen Weinstraße

Ein Frühlingserwachen in Rosa

Neustadt/Weinstraße. Die allmählich aufwachende Wintersonne steht noch nicht hoch am Himmel, als Petra Kroning ihre Wanderschuhe schnürt. Der Rucksack ist längst gepackt: mit Mineralwasser, Obst und einem Käsebrot. Sogar eine Sonnenbrille hat die Urlauberin im Gepäck. „Ich möchte ja nicht den schönen Tag verschlafen“, sagt die junge Aktivurlauberin mit Blick auf die Uhr und voller Vorfreude auf die Natur. Zum Wandern ist sie in die Pfalz gereist. Am liebsten hätten sie zwar den pfälzischen Mandeltraum genossen. „Aber dafür bin ich wohl ein bisschen zu früh unterwegs“, sagt Petra Kroning. Tatsächlich stehen die Mandelbäume hier erst im März/April in voller Blüte. Noch ist es wegen des kalten Winters nicht soweit. Zwar sind einzelne Knospen bei frühlingshaften 10 Grad Celsius und Sonnenschein derzeit am Aufplatzen. Aber ein Kälteeinbruch könnte das für Mitte März geplante Mandelblütenfest verzögern. Von Wachenheim bis Schweigen zieren traumhaft schöne Blütenwölkchen die Landschaft, wenn es losgeht. In Nuancen von Weiß bis Dunkelrosa entfaltet sich in den Weinbergen und entlang der Alleen die Pracht der Mandelbäume. Der Traum währt nur kurz.

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Autor:

Heidemarie Pützund Gloria Ross

Wer wie Petra Kroning Lust auf ein strammes Wanderprogramm hat, der kann die Mandelblüte auf 78 Kilometern genießen – von Wachenheim im Norden bis an die französische Grenze bei Schweigen. Im südlichen Teil sollte oberhalb von Rhodt ein Besuch im Schloss Villa Ludwigshöhe eingeplant werden. Die ehemalige Sommerresidenz des bayerischen Königs beherbergt eine Gemäldesammlung des Impressionisten Max Slevogt, der bis zu seinem Tod 1932 hier lebte. Wer den Blick von der Terrasse des Slevogthofes auf die rheinische Tiefebene kennt, versteht seine Wahl.

Lange vor den Kirsch- und Apfelblüten, die andernorts gefeiert werden, dreht sich in Neustadt an der Weinstraße alles um das Gimmeldinger Mandelblütenfest. Sobald sich die ersten Knospen geöffnet haben, lädt das Winzerdorf zum frühesten Weinfest der Region ein. Beim Anblick der Landschaft soll hier einst Bayerns König Ludwig I. ausgerufen haben: „Der Garten Deutschlands, die blühende Pfalz!“. Zum Verdruss der Pfälzer war die Region 1815 Bayern zugeschlagen worden.

Hier führt auch der seit 2008 ausgewiesene „Pfälzer Mandelpfad“ vorbei. Gimmeldinger Winzer laden zum Verkosten ein, in den Weinstuben können sich Gäste bei Hausmacherkost stärken. Weinlagen wie der „Neustadter Mandelring“ oder die „Maikammerer Mandelhöhe“ erinnern daran, dass bereits um 1300 viele Orts-, Straßen- und Flurnamen nach dem Steinobst benannt waren. Das milde Klima an der Weinstraße macht’s möglich. Und so ist eine Wanderung in der Pfalz auch dann schön, wenn die Natur langsam aus dem erwacht. „Einfach herrlich“, freut sich Petra Kroning, ehe sie den steilen Weg durch den Weinberg wählt.

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Auskunft bei der Tourismus-Information Neustadt an der Weinstraße, Tel. 0 63 21/92 68 92, E-Mail: touristinfo@neustadt.pfalz. com.

Durch das milde Klima vergleichen die Pfälzer ihre Heimat gern mit der Toskana – die Mandelblüte im Frühjahr färbt die Region um Neustadt in zartem Rosa. Fotos: Reinhard Kermann/TKS

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