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Kramerstraßen-Sackgasse erhitzt Gemüter an der Wilhelmstraße

Ein "egoistischer Vorschlag"

Bad Nenndorf (fox). Die im Bereich der Kramerstraße anvisierte und von den dortigen Anwohnern favorisierte Lösung einer Sackgasse erhitzt die Gemüter an anderer Stelle. Anlieger der parallel gelegenen Wilhelmstraße befürchten, dass durch die Kramerstraßen-Regelung der Verkehr in der Wilhelmstraße stark zunimmt und fordern eine ganzheitliche planerische Lösung. Sie schließen die Gründung einer Bürgerinitiative nicht aus.

"Die Kramerstraße zur Sackgasse zu machen ist ein egoistischer Vorschlag", wählt Katrin Pfingsten energische Worte. Die Wilhelmstraßen-Anwohnerin befürchtet einen rasanten Verkehrszuwachs in "ihrer" Straße und stößt bei ihren Nachbarn auf breite Zustimmung. Alle Anwohner seien davon betroffen - vor allem Kinder und die Patienten der anliegenden Klinik. Das Feuer schürt zudem, dass "die Wilhelmstraße abschüssig und nicht verkehrsberuhigt ist", erklärte Anwohner Peter Kurczynski. Hintergrund für die Kritik ist eine aus Anwohnersicht fehlende durchdachte Anbindung zur Straße Horster Feld im gesamten Wohnbereich zwischen Lehnhast zur Horster Straße. Bislang dienen die dortigen Stichstraßen, wie die Wilhelm- und Kramerstraße, als Abkürzung ins Zentrum, beziehungsweise zur RodenbergerAllee und Bahnhofstraße. Durch die neu entstehenden Baugebiete an der Horster Straße befürchten die Anwohner zusätzlichen Verkehr. WGN-Ratsherr Michael Gräber wohnt zwar an der Normandiestraße, will die Anwohner der Wilhelmstraße jedoch unterstützen. Er vertritt die Ansicht, dass es Versäumnisse in der Bauleitplanung gegeben hat. "Die jetzige Planung ist mit der heißen Nadel gestrickt." Mehrheiten für eine geeignete Lösung zu finden, sei für die Fachausschüsse schwierig, erklärte Gräber. Das Thema wurde oft behandelt, "es gibt jedoch zu viele wirtschaftliche Interessen". Pfingsten: "Es gibt immer mehr Baugebiete, jedoch keine durchdachte Infrastruktur." Gräber fordert, einen externen Experten mit der Überplanung zu beauftragen. Stadtdirektor Bernd Reese liegen schriftlich keine Einwände vor. Deshalb wollte er sich "inhaltlich dazu nicht auslassen". Die Bewohner der Wilhelmstraße hätten am 7. Februar bei der öffentlichen Bauausschusssitzung Gelegenheit, sich zu der Problematik zu äußern. Dann könne der Thematik nachgegangen werden, sagte Reese.

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