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Forscher untersuchen das Verhältnis von Ring- zu Zeigefinger

Ein Blick auf die Hand verrät die Attraktivität von Männern

London. Ein Blick auf die Finger eines Mannes kann Auskunft darüber geben, wie attraktiv sein Gesicht auf Frauen wirkt. Das haben internationale Forscher in Versuchen herausgefunden. Sie maßen bei britischen Studenten das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger und zeigten Frauen Fotos dieser Männer. Jedoch ließ sich kein Zusammenhang zwischen Fingerlängen und einer Attraktivität der Stimme oder des Körpergeruchs herstellen. Über ihre Studie berichten die Autoren im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society B“.

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Autor:

Christiane Löll

Das Verhältnis von Zeigefinger zu Ringfinger gilt schon länger als ein Parameter dafür, welchen Hormonen Babys bereits im Mutterleib ausgesetzt sind. Forscher bezeichnen dies im englischen Sprachgebrauch als „2D:4D ratio“. Das Wachstum des Ringfingers ist demnach abhängig von den männlichen Geschlechtshormonen. Forscher untersuchen beispielsweise die Anzahl der Spermien bei Männern und vergleichen sie mit diesem Wert.

Die Wissenschaftler um Craig Roberts von der schottischen Universität von Stirling und Camille Ferdenzi vom Schweizer Zentrum für Affektive Wissenschaften in Genf wollten herausfinden, ob die Attraktivität der Stimme, des Geruchs und der Gesichtszüge mit den Fingerlängen zusammenhängt. Dafür wurden 49 Männer zwischen 18 und 33 Jahren mit einem neutralen Gesichtsausdruck fotografiert. Außerdem mussten die Teilnehmer bestimmte Vokale und Sätze auf Band sprechen und 24 Stunden lang einen Wattebausch unter den Achseln tragen.

Bewertet wurden die drei Faktoren von zwei Gruppen von Studentinnen mit je 49 und 35 Frauen. Etwa die Hälfte von ihnen nahm hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille. Ferdenzi und Kollegen kamen zu dem Ergebnis, dass Männer mit einer niedrigeren, maskulineren „2D:4D ratio“ teilweise symmetrischere Gesichtszüge hatten und von den Frauen als attraktiver bezeichnet wurden. Sie sehen das als Hinweis dafür, dass die Ausprägung des Gesichts im Mutterleib von dem dann herrschenden Hormonhaushalt abhängig ist. Dass die Attraktivität von Körpergeruch und Stimme nicht vorhersagbar war, könnte ein Hinweis darauf sein, dass diese vom Hormonhaushalt in späteren Lebensjahren bestimmt werden.

In der Vergangenheit gab es schon zahlreiche Studien zur Aussagekraft von Fingerlängen. Einer britischen Untersuchung zufolge machen Börsianer mehr Profit, wenn ihr Ringfinger länger ist als der Zeigefinger. Ein kurzer vierter Finger wiederum wird mit einem erhöhten Arthritisrisiko in Verbindung gebracht. Und laut einer Studie der Universität in Bath in Großbritannien hatten männliche Wissenschaftler längere Zeigefinger. In „harten“ Disziplinen wie Mathematik oder Physik waren demnach die Zeigefinger in der Regel so lang wie die Ringfinger.

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