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Straßenmeisterei Lauenau: Land und Gemeinde uneinig

Ein 1000 Quadratmeter großes Missverständnis

Apelern (gus). Seit drei Jahren steht das Gebäude der einstigen Lauenauer Straßenmeisterei samt Wohnbungalow und Betriebshof leer. Unnötigerweise, wie sich bei Recherchen herausgestellt hat. Das Land Niedersachsen würde das Gelände gern veräußern, stieß bei der ersten Anfrage aber auf Widerstand der Gemeinde Apelern. Diese wollte abereigentlich nur genau wissen, was nach dem Verkauf mit der Straßenmeisterei geschieht.

Die Straßenmeisterei in Lauenau ist seit drei Jahren dicht. Foto

Um eine andere Nutzung des Geländes zu ermöglichen, muss der Flächennutzungsplan an der Stelle geändert werden, so Thomas Schlocker vom Liegenschaftsfond des Landes Niedersachsen. Diese sei als Sonderfläche ausgeschrieben und somit für neue Investoren unattraktiv, da Gewerbe oder Wohnflächen nicht zugelassen seien. Die vom Land gewünschte Änderung hätte nach Angaben Schlockers vorhandene Interessenten in Kaufstimmung versetzt. Doch die Gemeinde habe abgelehnt. "Mir ist das unverständlich", sagt der Landesbeamte. Jörg Döpke, Bauamtsmitarbeiter in Rodenberg, bestätigt dies. "Ohne zu wissen, wohin das gehen soll, können wir einer Änderung im Flächennutzungsplan nicht zustimmen", betont Döpke. Ein Wohngebiet an der Stelle sei beispielsweise nicht im Interesse der Apelerner. Auch Gewerbe könnte an anderer Stelle sinnvoller angesiedelt werden, meint der Mann vom Bauamt. Bürgermeister Heinrich Oppenhausen und Samtgemeindedirektor Uwe Heilmann weisen auf die Parzellen hin, die Apelern im Logistikpark Lauenau vermarkten möchte. So scheint es, als ob die Gemeinde Apelern finanziellen Schaden des Landes billigend in Kauf nimmt. Das weist Döpke zurück. "Wir haben kein Interesse an einem Leerstand. Aber uns fehlen die Informationen", sagt dieser. Das Land wolle die Gebäude und das Grundstück nur loswerden, was dann geschehe, sei ungewiss. Und Apelern müsse schließlich mit der weiteren Entwicklung zurechtkommen. Sollte das Land detaillierte Pläne vorlegen, die der Gemeinde eine verträgliche Nachnutzung garantierten, sei man jederzeit Gesprächsbereit, wie auch der Samtgemeindedirektor betont. Heilmann: "Wenn ich von einem Partner etwas will, muss ich auch genau sagen, was passiert." Diese Bereitschaft ist Schlocker neu. Dieser findet die Perspektive erfreulich und hat bereits Gespräche mit zwei Interessenten aufgenommen. "Eine Müllkippe können wir zum Beispiel ausschließen", sagt der Landesbeamte. Sollten die Verhandlungen positiv verlaufen, könnte, so Heilmann, der Rat bald über eine entsprechende Vorlage beraten. Ende gut, alles gut? So weit ist es noch nicht. Unabhängig vom Ausgang der Episode muss gefragt werden, warum das 960 Quadratmeter große Schulungsgebäude und der 172 Quadratmeter große Bungalow, in dem seinerzeit der Leiter der Straßenmeisterei wohnte, seit mehr als drei Jahren leer stehen. Der Wert der Immobilien dürfte mit zunehmendem Alter, beide Gebäude sind 1975 errichtet worden, nicht steigen. Dazu kommen Unterhaltungskosten. Seit 2002 hat es dort auch keine Schulungen mehr gegeben, obwohl die Räume erst kurz zuvor neu ausgestattet worden waren. Ein Gerücht, der Bund wolle rund 20 Kilometer entfernt eine neue Straßenmeisterei bauen, hat sich indes nicht bestätigt. Das Thema war am Rande der ver.di-Streiks in Stadthagen zur Sprache gekommen. In Krückeberg bei Hessisch Oldendorf soll lediglich eine vorhandene Remise vergrößert werden, und es sollen Aufenthaltsräume und Toiletten eingerichtet werden. Dies bestätigten Mitarbeiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Von einer neuen Meisterei könne keine Rede sein.

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