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Märchensänger ziehen Zuhörer beim Weihnachtskonzert in der Stadtkirche in Bann

Eigene Harmonik verleiht Liedern Zauber

Bückeburg. Mit einem sehr stimmungsvollen, festlichen Weihnachtskonzert haben die Schaumburger Märchensänger am Mittwochabend eine große Zuhörerschar in der Stadtkirche beglücken können.

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Autor:

Dietlind Beinßen

Ohne euphorisch zu sein: Da reihte sich eine musikalische Perle an die andere. Die von Volker Arendts mit ebenso professioneller wie liebevoller Hand geführten Sängerinnen und deren vier männliche Kollegen präsentierten neben altbewährten Weisen weniger bekannte, ambitioniert und ausgefeilt wiedergegebene Stücke. Dem vokalen Schliff und der Schwerelosigkeit konnte man sich unmöglich entziehen. Egal, ob Mendelssohn Bartholdys Weihnachtshymne, Rheinbergers vielsagendes "Puer natus in Bethlehem", Adolphe Adams beschwingtes "Cantique de Noel" oder Saint-Saëns "Tollite Hostias" aus "Oratorio de Noel" - die Mädchen und Jungen überzeugten mit einem wohltuend rund geformten, beweglichen Gesang, der allen Kompositionsrichtungen aufs Schönste entsprach. Mit Ausdrucksvermögen, Sinn für Details und jugendlicher Frische hüllte das von Arendts punktgenau animierte Team auch Internationales in den Mantel seiner ganz eigenen Harmonik. "A Celtic Christmas" aus England, "Calypso Carol" aus Jamaica, "Te Harinui" aus Neuseeland und "Lulajze Jezuniu" aus Polen sind nur einige Beispiele für gute Schulung. Zudem fügten sich immer wieder klare Soli konzentriert in die Abläufe ein. Fein aufeinander abgestimmt verwöhnte die Formation ihr Publikum darüber hinaus mit bekannteren, aber damit nicht reizloseren Christfestmelodien aus Tirol, Österreich oder Schlesien. Arendts bevorzugte bei allen Vorträgen einen Stil, der von Beherrschung und Bedeutungsbewusstsein getragen war. Dadurch ergab sich ein abwechslungsreiches Musizieren, das alternierend von Siebelt Meier an der kleinen und großen Orgel, beziehungsweise Mateja Zenzerovic und Miroslav Grahovac an Akkordeons kongenial begleitet wurde.Die Instrumentalisten sorgten obendrein für Erholungspausen der Märchensänger. Meier gestaltete an der großen Orgel fachkundig Werke von Bach, Buxtehude und Martin. Die Akkordeonisten hingegen zeigten mit Mozarts Fantasie in f-Moll ihre instrumentale Kompetenz. Fazit des pausenlosen zweistündigen klingenden Glücksfalls: Üppiger Stehbeifall.

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