weather-image
18°
"Erlebniswelt Renaissance": Aufsichtsratsvorsitzender Butte optimistisch, dass zu Ostern alles funktioniert

E-Guider-Technik bereitet weiter schlaflose Nächte

Weserbergland (CK). Die Erlebniswelt Renaissance (EWR) mit ihrer Zentrale im Hamelner Hochzeitshaus ist zum Erfolg verurteilt. Das ist zumindest die unumstößliche Meinung von Rüdiger Butte, Aufsichtsratsvorsitzender der EWR und Landrat von Hameln-Pyrmont, angesichts des Debakels um nicht funktionierende Technik, immer wieder genannte und immer wieder verschobene Termine und den dadurch verursachten Imageschaden.

Beim E-Guider steckt der Teufel im Detail - aber wo ganz genau?

Butte hatte nach eigenen Angaben schon den Zeitpunkt der Eröffnung im September 2005 "eigentlich für verfrüht" gehalten. Dann kam die Trennung vom Generalunternehmer im November, externe Fachleute mussten Defizite erfassen, die bis Ende letzten Monats abgearbeitet wurden. Vor allem hapert es sowohl in Hameln als auch in Rinteln und Stadthagen an funktionierenden E-Guidern (elektronische Führer), im Hochzeitshaus aber auch schlicht an handwerklichen Dingen wie schadhaften Elektrokabeln oder unzureichender Wärmezu- und -abfuhr bei den Exponaten. In Bückeburg ist überhaupt noch keine EWR-Technik installiert. Die mangelhafte E-Guider-Technik hat den Verantwortlichen manche schlaflose Nacht beschert. "Unser Vertragspartner hat die Wiese betreten, aber nicht gemäht", beschreibt EWR-Geschäftsführer Thomas Gersmeier bildhaft die missliche Situation. Soll heißen: Dieser Partner hat praktisch keine Leistungen erbracht und auch die letzte ihm gesetzte Frist (7. März) untätig verstreichen lassen. Mit der Fachhochschule Gelsenkirchen und einem Experten der FH Hannover hat man mittlerweile aber kompetente Experten gefunden, die jedenfalls Butte optimistisch stimmen. Und auch der neue Partner - die Firma Phoenix Electronics aus Bad Pyrmont - gibt nach den Worten von Butte und Gersmeier allen Anlass zum Optimismus; er garantiere Zuverlässigkeit. Woran es allein noch hapert: Damit Phoenix mit der Herstellung von insgesamt 600 neuen E-Guidern für die 32 Themeninseln anfangen kann, ist die Zusicherung der Industrie, jetzt umgehend auch die dafür notwendigen Leiterplatten zu liefern, zwingend. "Davon sind wir auf Gedeih und Verderb abhängig. Unsere Schularbeiten haben wir gemacht", versichert Gersmeier. Und das bedeutet unter anderem: Die handwerklichen Probleme sind gelöst, das Ortungssystem soll zum Wochenende fertig sein und Anfang der kommenden Woche mit der Synchronisation abgestimmt werden, die Abläufe wurden standardisiert. "Im Labor funktioniert alles, bestätigt auch Dr. Holger Rabe, der wissenschaftliche Leiter. Er hat 600 Seiten Drehbuch für siebeneinhalb Stunden Bild und Ton überarbeitet, ebenso die Systematik an allen Standorten in Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden. Apropos Landkreise: Sie werden noch einmal in die Tasche greifen müssen, denn in den ersten fünf Monaten haben nur 11500 Besucher die virtuelle Renaissance-Welt gesehen; mindestens 80 000 pro Jahr aber müssten es allein in Hameln sein, um wirtschaftlich zu arbeiten. Den Schaden durch die verlorene Saison schätzt Gersmeier auf 350 000 bis 400 000 Euro. Kein Wunder also, dass es mit der (vorläufigen) Bilanz des 17-Millionen-Projektes nicht zum Besten steht. 750000 Euro müssen zugeschossen werden, 60 Prozent davon allein vom Landkreis Hameln-Pyrmont - nicht allzu viel allerdings aufgrund der Gesamtsumme und der schon geschaffenen Strukturen und Investitionen, meint Butte. Der Aufsichtsratsvorsitzende ist jedenfalls optimistisch, zu Ostern mit einem funktionierenden Projekt an den Markt gehen zu können und auf gute Resonanz zu stoßen, zumal da in fünf Millionen Prospekten für die EWR geworben wird. Butte: "Wir müssen verlorenes Terrain zurückgewinnen."

R. Butte
  • R. Butte
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare