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Unerwarteter "Sand" im Getriebe / Konzern beauftragt Gutachter / Planung für den Markt geht weiter

Edeka-Projekt: Alles hängt jetzt am Schallschutz

Bad Eilsen (tw). Sand im Getriebe für den Bau eines Edeka-Neukaufs auf dem Areal der früheren Schaumburg-Klinik: Landschaftsplaner Thomas Zerner (ILE-X, Bückeburg), von der Gemeinde mit dem Ändern des B-Plans beauftragt, hat den Bauausschuss unter Vorsitz von Dr. Wilhelm Dreves (CDU) Donnerstagabend mit der Meldung überrascht, dass es zum einen Probleme mit dem Lärmschutz, zum anderen mit einer auf dem Gelände der Klinik liegenden Trinkwasserleitung geben könnte. Insbesondere Letzteres bestreitet allerdings Edeka-Architekt Heinz-Dieter Söfker (hds, Bad Eilsen).

Die Kontroverse um das Bewerten dieser "Sandkörner" für den weiteren Gang der Dinge brachte Ratsmitglieder, aber auch die Planer beider Seiten im "Haus des Gastes" (einmal mehr) in Harnisch. Unter anderem, weil Letztere offenbar nicht den gleichen Kenntnisstand hatten. Zerner: "Der B-Plan Nummer 19 ,Arensburger Straße' beinhaltet sowohl ein Mischgebiet (Schaumburg-Klink) als auch - seit 1979 - ein Allgemeines Wohngebiet. Ein Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von 1150 Quadratmetern wäre mit Blick aufs benachbarte Wohngebiet laut Baurecht zu groß." Denn bereits ab 700 Quadratmetern Verkaufsfläche wird ein Markt als "großflächiger Einzelhandel" eingestuft. Folge: Ein solches Projekt könnte "nicht nur unerhebliche Auswirkungen" auf den Ort haben, zitiert Zerner. Allerdings gebe es im konkreten Fall die Möglichkeit, aus dem Gelände der Klinik ein Sonderbaugebiet zu machen; dafür müsste dann auch der F-Plan durch die Samtgemeinde entsprechend geändert werden. Doch das Projekt steht und fällt vor allem mit dem Lärmschutz fürs Wohngebiet. Edeka hat den Schallschutz-"Papst" Dr. Klaus Beckenbauer (Bielefeld) damit beauftragt zu prüfen, welche Maßnahmen nötig sind. Zerner: "Eventuell müsste die Lkw-Zufahrt zum Markt im Bereich der Anlieferung ,eingetunnelt' werden, eventuell müssten darüber hinaus Gebäude in der Nachbarschaft Schallschutz-Fenster erhalten." Letzteres natürlich auf Kosten des Konzerns. ZweiteÜberraschung: Entlang der Bahnlinie am Außenrand des Klinikareals verläuft eine Haupttrinkwasserleitung, Durchmesser 30 Zentimeter, die große Teile Schaumburgs versorgt. Zerner: "Sie wurde 1956 in 1,25 Meter Tiefe verlegt, ist aber im Grundbuch nicht eingetragen." Nach Dafürhalten des Landschaftsplaners könnte die Leitung bei den Bauarbeiten tangiert werden; ein mögliches Verlegen würde Edeka rund 150 000 Euro kosten. Ein "Problem", das laut Söfker aber gar keines ist: "Wir fassen diese Leitung, die im übrigen tiefer als 1,25 Meter liegt, bei den Bauarbeiten gar nicht an." Auch das Umlegen der Leitung erübrige sich damit. Wie auch immer. Was am Endeübrig bleibt, ist in jedem Fall die Schallschutz-Problematik. Sie bindet den Bürgervertretern vorerst die Hände. Soll heißen: Der ins Auge gefasste Beschluss über die Änderung des B-Plans "Arensburger Straße" kam Donnerstagabend - noch - nicht zustande. Einstimmiges Votum auf Vorschlag von Dreves: Die Politiker werden das Ergebnis der Lärmschutz-Analyse Beckenbauers abwarten; der Experte will die Problematik am Mittwoch, 7. Juni, bei einem Ortstermin in Augenschein nehmen. Bis dahin soll Zerner die Planung weiter vorantreiben. Übrigens: Heeßen, das bei der Planung mitreden darf, weil eine 105 Quadratmeter große Fläche im Bereich der Huck-Brache auf Gemeindeboden liegt, hat gegen Bad Eilsens Projekt nichts einzuwenden. Das wurde im Vorfeld der besagten Sitzung bei einem Ortstermin der Bauausschüsse beider Gemeinden deutlich: "Es gibt keine Retourkutsche", versprach Gemeindedirektor Heinz Wischnat, auf die Vergangenheit anspielend. Damals hatte Bad Eilsen die Heeßer Edeka-Pläne durchkreuzt.

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