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Neuer Lebensmittelmarkt im Herzen von Bad Eilsen / Schaumburg-Klinik per Kaufvertrag erworben

Edeka-Plan steht: Hop oder Top liegt beim Rat

Bad Eilsen (tw). Der Edeka-Plan für den Neubau an der Arensburger Straße/Ecke Bahnhofstraße steht: Die Edeka Minden-Hannover Holding GmbH möchte auf dem Areal der seit acht Jahren leerstehenden Schaumburg-Klinik einen Neukauf-Markt errichten, der auf 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche ein 12 000 Artikel umfassendes Lebensmittelsortiment bieten soll. 30 neue Jobs in Voll- und Teilzeit, darunter auch drei Ausbildungsplätze, könnten so entstehen. Geht es nach dem Edeka-Willen, soll das Objekt, dem 30 Parkplätze vorgelagert sind, Mitte 2007 eröffnet werden. Am Mittwoch, 29. März, muss der Rat über das Vorhaben entscheiden; aus den Fraktionen sind laut Edeka bereits "positive Signale" gekommen.

Der von Bäumen und Bänken gesprenkelte Parkplatz vor dem Markt s

"Wir haben das Areal der Schaumburg-Klinik schon am 30. Juni 2005 per notariellem Kaufvertrag erworben", berichtet Andreas Stegemann. Der Geschäftsführer Edeka Immobilien-Service, der selbst im Kurort wohnt: "Allerdings haben wir ein Rücktrittsrecht für den Fall vereinbart, dass der Gemeinderat den B-Plan beziehungsweise die Samtgemeinde den F-Plan nicht ändert, aus dem Vorhaben also nichts wird." Aus Edeka-Sicht allerdings wären die Bürgervertreter schlecht beraten, würden sie das Projekt (Gesamtinvestition: 1,8 Mio. Euro) durchkreuzen. Denn der Konzern führt gleich eine ganze Palette von Argumenten ins Feld, die für eben diesen und keinen anderen Standort sprächen. Das wichtigste: "Im Umkreis von Bad Eilsen locken vier große SB-Warenhäuser in Bückeburg, Rinteln und Obernkirchen mit einem großzügigen Angebot auf Verkaufsflächen zwischen 2400 und 5000 Quadratmetern", betont Andreas Laubig. Der Edeka-Leiter Öffentlichkeitsarbeit: "Will der Kurort konkurrenzfähig bleiben und den Abfluss von Kaufkraft in die Nachbarorte einschränken, muss ein neuer Lebensmittelmarkt mit ausreichend Parkplätzen her." Zeitgemäße Märkte mit Vollsortiment - wie der von Edeka jetzt geplante - bräuchten eine Verkaufsfläche von 1100 Quadratmetern. "Die in Bad Eilsen ansässigen Märkte", erinnert Laubig, "müssen sich mit etwa der Hälfte begnügen". Tatsächlich sei die Lage für einen Lebensmittler, wie ihn das Bad Eilser Architekturbüro "hds" für das Areal der früheren Schaumburg-Klinik konzipiert hat, ideal: "Die Bevölkerung im Ortskern, aber auch in der Nachbarschaft könnte den Markt, der in der Vorkassenzone einen Backshop beinhalten soll, zu Fuß erreichen", sagt Laubig. Der Pressesprecher: "Das ist ein großer Vorteil für die vielen Senioren, die nicht motorisiert sind." Weil das Objekt dennoch über 30 Parkplätze verfügen werde, bräuchten sich aber auch die zahlreichen "Einpendler", die in Kliniken und Seniorenheimen arbeiten, keine Gedanken um das Abstellen ihrer Autos zu machen. Kommt hinzu: Der von Bäumen gesprenkelte und mit Bänken versehene Parkplatz, in dessen Mitte eine 350 Quadratmeter große "Eventfläche" geplant ist, soll nicht abgeschlossen werden; außerhalb der Geschäftszeiten des Marktes könnten ihn auch Nichtkunden (Beispiel: Kirchgänger) als Stellfläche nutzen. Last, but not least will Edeka Platz beziehungsweise Fläche darüber hinaus auch für Veranstaltungen wie Weihnachts- und Flohmärkte öffnen. Stichwort Verkehr: Bedenken, es könne in Bad Eilsen nach einem Neubau "zu viel" werden, sucht Stegemann zu zerstreuen: "Wir haben die ,PGT Planungsgemeinschaft' (Hannover) beauftragt, ein Gutachten anzufertigen." PGT, ein "unabhängiges Institut", habe daraufhin die Autos gezählt und auf Grundlage dieser Zahlen, aber auch der Neukauf-üblichen Kundenfrequenz hochgerechnet, was Bad Eilsen in Zukunft zu erwarten hat. Ergebnis: "Der Verkehr", betont Laubig, "würde um nur zehn Prozent zunehmen". Baumaßnahmen im Straßennetz oder Kreuzungsbereich seien damit nicht nötig. Bleibt die Frage, was ein Edeka-Neukauf für die beiden bestehenden Bad Eilser Lebensmittelmärkte bedeuten würde: "Für ,Markant'", so Stegemann und Laubig unisono, "besteht keine Gefahr". Der Markt lebe von seiner gleichfalls zentralen Lage und könne auch in Zukunft mit dem Pfund wuchern, die Post in seinen Räumen zu haben. Das Pendant an der Bahnhofstraße werde in Nachbarschaft des Neukaufs dagegen nicht bestehen können. Das Edeka-Objekt auf dem früheren Klinikgelände, das werk- und samstags zwischen 8 und 20 Uhr geöffnet haben könnte, soll ein "neuer" selbstständiger Kaufmann managen. Übrigens: Die Ratssitzung am kommenden Mittwoch, 29. März, 19.30 Uhr im Lesesaal Haus des Gastes ist öffentlich. Unter Top zehn "B-Plan für das Gelände der Schaumburg-Klinik" will Edeka sein obiges Konzept vorstellen.

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