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Bundestagsabgeordneter wirbt bei SPD "60 plus" für aktuelle Gesundheitsreform - und hört Kritik, Unverständnis und Zweifel

Edathy:Ärzte werden mit Protest ihrer Verantwortung nicht gerecht

Landkreis (gus). DieÄnderungen im Gesundheitswesen und bei der Rente haben den Unterbezirksvorstand der SPD "60 plus" veranlasst, sich vom Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy einen Lagebericht geben zu lassen. Der Politiker erklärte unter anderem, dass keine Wirkstoffgrenzen geplant sind und die Leistungen der Ärzte nicht, wie von einigen befürchtet, eingeschränkt werden.

Als Einstieg nahm Edathy dieÄrzteschaft ins Visier. Diese würden ihrer Verantwortung nicht gerecht, indem sie eine Protestkampagne starten. Inhaltlich werde nur Panikmache betrieben. Davon, dass durch die Reformen des Gesundheitswesens Leistungen von Ärzten gestrichen werden, könne keine Rede sein. "Alles, was ihr im letzten Jahr bekommen habt, werdet ihr auch im nächsten Jahr noch bekommen", betonte Edathy. Trotzdem brannte Heinrich Schwarze ein Meldung auf den Nägeln, die eine Wirkstoffgrenze bei Medikamenten für chronisch Kranke ankündigt. Edathy entgegnete, dass so etwas nicht geplant ist. Unterbezirksvorsitzender Karl-Heinz Hansing erklärte, es handele sich bei dem zitierten Bericht um ein Ärzte-Interview. Die Darstellungsweise sei nicht objektiv. Den geplanten Bonus, den solche Patienten einstreichen sollen, die sich freiwillig für ein günstigeres Medikament mit gleichem Wirkstoff wie das vom Arzt verschriebene entscheiden, verteidigte Edathy. Ärzte verschreiben nach dessen Darstellung noch immer verbreitet teurere Produkte. Auf Anfrage hatte der SPD-Politiker bestätigt, dass auch Apotheker die Möglichkeit haben, günstigere Arzneien mit gleichem Wirkstoff auszuhändigen. Eine Genossinäußerte Unverständnis darüber, dass Frauen über 60, die an Brustkrebs erkranken, die Mammographie nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt werden soll. Das sei "ein starkes Stück". Nach Worten Edathys sind solche Leistungen nur noch für Risikoaltersgruppen vorgesehen. Ab dem 60. Lebensjahr zählten Frauen nicht mehr dazu. Er wolle sich das Thema nochmal detailliert vornehmen und den Unterbezirk über den Sachstand informieren. Kritik erntete der Bundespolitiker stellvertretend für die Regierung, weil diese es in den vergangenen Jahren nicht geschafft habe, die Zahl der Krankenkassen zu reduzieren. Edathy sagte, dass durch Fusionen immerhin ein leichter Rückgang zu verzeichnen sei.

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