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TuSpo-Vorsitzender fordert gerechteres Finanzierungsmodell

Durch Hallenabriss wird es eng für Sportler

Bad Münder. In wenigen Tagen wird dort, wo noch vergangene Woche die HWK-Turnhalle stand, eine Lücke klaffen. Die Abrissarbeiten sind in vollem Gange, zum Ende der Herbstferien sollen sie abgeschlossen sein. Anfang 2017 soll der Neubau stehen – bis dahin müssen die Vereine alle enger zusammenrücken. Auch wenn Trainingsmöglichkeiten für die meisten Gruppen gefunden werden konnten, sieht TuSpo-Vorsitzender Helmut Burdorf noch einige Arbeit auf die Vereine zukommen – und auf die Politik.

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Autor:

Mira Colic

Noch ist nicht geklärt, wie die vertragliche Ausgestaltung bei der Nutzung der Sporthalle an der Friedrich-Ebert-Allee aussehen wird, sobald sie nicht mehr für den Schulsport gebraucht wird. An der Sportbetriebsgesellschaft möchte deren Geschäftsführer Thomas Umlauf festhalten. Diese war vom Sport Club und der TuSpo ursprünglich zur Bewältigung der Betriebskosten der HWK-Halle gegründet worden: „Ich stelle mir ein ähnliches Modell vor, wie wir es bis zum 30. September mit dem Landkreis hatten.“

TuSpo-Vorsitzender Helmut Burdorf befürchtet indes, dass die Stadt einen Gestattungsvertrag bevorzugen würde, wie die Verwaltung ihn vor Kurzem mit dem TSV Hachmühlen geschlossen hat. Dieser überträgt den Vereinen jedoch mehr Verantwortung, die zumindest Burdorf für den TuSpo kritisch sieht: „Ich bin skeptisch, dass wir solch einen Vertrag abschließen würden.“ In seinem Nutzungsvertrag hat sich der TSV beispielsweise verpflichtet, das Gebäude einschließlich der technischen Einrichtungen durch Instandhaltungsmaßnahmen in einem sicheren Zustand zu erhalten und Schönheitsreparaturen auf eigene Kosten durchzuführen.

Burdorf, gleichzeitig Münderaner Ratsherr und Kreistagsabgeordneter der Grünen, fordert außerdem eine gerechtere Kostenermittlung für die Hallennutzung. Derzeit zahlen die Sportler pro Stunde und Feld 1,90 Euro. Dies klappe zu den Trainingszeiten unter der Woche gut, weil diese Zeiten fest gebucht seien. Aber wenn am Wochenende ein Spiel ausfalle, fließe auch kein Geld, weil dort die Registrierung fehle.

Der TuSpo-Vorsitzende regt zudem eine Neukalkulation der Betriebskosten an. Die 1,90 Euro beruhten auf einer Berechnung, die zwei oder drei Jahre alt sei. Gerade vor dem Hintergrund, dass damals noch die immens hohen Heizkosten der Halle in Hachmühlen eingeflossen seien, gehe er davon aus, dass es günstiger werden müsse.

Kosten in Höhe von 2000 bis 3000 Euro kommen auf die Sportbetriebsgesellschaft in Kürze zu, weil Geräte repariert werden müssen. Ein Gutachter hat die Sportgeräte, die noch vor Kurzem in der HWK-Halle standen, im Vorfeld der Ausräumaktion überprüft. „Er hat einige Geräte aussortiert, aber verhältnismäßig viele als weiterhin brauchbar, wenn auch reparaturbedürftig, eingestuft“, so Burdorf. Diese Kosten würden die Vereine über die Betriebsgesellschaft tragen. Und es müssten wohl weitere Geräte angeschafft werden, weil die Grundschule ihren gesamten Bestand, sobald die neue Sportstätte der Grundschule fertiggestellt ist, aus der alten Halle entfernen wird.

Wer den Neubau alles nutzen werde, sei bereits in groben Zügen – in den Gesprächen mit den Stadt zur Umverteilung der Hallennutzungszeiten – thematisiert worden. So sei bereits bei der Planung der Sportstätte darauf geachtet worden, dass die Vereine extra Abstellräume erhalten und die Basketballer wettkampfgerechte Körbe bekommen. Auch die Bodenbemalung gehe, so Burdorf, über das hinaus, was die Grundschüler für den Sportunterricht brauchen. „Aber für die endgültige Verteilung müssen wir uns noch zusammensetzen“, so der TuSpo-Vorsitzende. Er hoffe, dass die Trampolin-Gruppe, die sich großen Zulaufs erfreue, in die neue Halle könne. Dort könnten dann paralllel alle drei Trampoline aufgebaut werden, um die Wartezeiten zu verkürzen.

Bereits vor den Sommerferien hatte es erste Gespräche von Fachbereichsleiterin Elisabeth Borcherding mit Thomas Umlauf (SC) und Gunnar Meier (TuSpo) von der Sportbetriebsgesellschaft sowie Jürgen Koch von der Arbeitsgemeinschaft Sport gegeben, wie auf den Abriss der HWK-Halle reagiert werden könne.

„Mit gewissen Einschränkungen hat dies auch geklappt“, glaubt Burdorf. So müssten sich etwa die Basketballer in der KGS-Halle manchmal mit einem oder zwei Dritteln der Fläche begnügen. „Da ist ein richtiges Training dann kaum möglich.“ Ausweichmöglichkeiten für kleine Gruppen, die keine großen Geräte bräuchten, böten die beiden Übungsräume im TuSpo-Vereinsheim. Dort würden etwa jetzt die Mitglieder des Redfire Kampfsportteams trainieren.

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