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Anette Redecker-Klein und Janine Mroch bieten einen eindrucksvollen Querschnitt durch die Musik-Gattungen

Duo weckt "Frühlingsgefühle" im Herminen-Palais

Bückeburg. Draußen war das Wetter zwar nicht danach, aber passend zur Jahreszeit haben die begeisterte Hobby-Sängerin Dr. Anette Redecker-Klein und ihre Nichte, die pointiert begleitende Pianistin Janine Mroch, ihr gut besuchtes Konzert im Palais an der Herminenstraße "Frühlingsgefühle" genannt.

Autor:

Dietlind Beinßen

Der von der Vokalistin informativ moderierte Querschnitt durch die Gattungen Klassik, Operette, Musical, Film und Pop verhieß manch Wiederbegegnung mit beliebten Stücken der verschiedenen Musikarten. Diesbezüglich wurden die Hörer ganz und gar nicht enttäuscht. Doch lange Soloabende mit selbst gebasteltem Programm, den unterschiedlichsten Stimmungsbereichen sowie einerüberdimensionierten Beschallungsanlage gleichen im Charakter nicht selten Hindernisläufen. Die Hindernisse, vor die sich Annette Redecker-Klein stellte, hießen Mendelssohn-Bartholdy, Schumann, Grieg, Gordiani, Lehar, Fesca und Kollegen. Genauer gesagt, Komponisten, die hohe Soprantöne zu Favoriten erklären. Die Hürden und Gräben, die die Highlights "Es brechen im schallenden Reigen", "Erstes Grün", "Im wunderschönen Monat Mai", "Solveig's Lied", "Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt", die Arie "Caro mio ben" oder "Es glänzt im Abendsonnengolde" aufweisen, sind größer, als man vielleicht annimmt. Der Teufel steckt eben im Detail. Auch wenn die beherzt an ihre Partien gehende Aktrice am Endeüber die Runden kam, ohne den einen oder anderen Abwurf schaffte sie es dennoch nicht. Aber was soll's, Annette Redecker-Klein singt aus Freude an der Sache, und die sei ihr mehr als gegönnt. Noch anzufügen wäre, dass das Timbre ihres in den Mittellagen kräftigen Organs mit Titeln wie "Sunreise, Sunset" aus "Anatevka", "I will wait for you", "I can't give you anything but love", "Dream a little dream of me", "I feel pretty" und "Natural woman" doch deutlich besser korrespondiert. Diese Werke konnte man dann nach der Pause neben einer etwas müde daher kommenden "Blinden Kuh" sowie einigen Strauß- und Grothe-Ohrwürmern vernehmen. Mit Händels ebenso berühmtem wie heiklen Largo aus der Oper "Xerxes" schickte das mit Applaus und Blumen bedachte, harmonierende Duo sein Publikum zurück in winterliche Gefilde.

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