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Erste Kabelrolle für Ausbau abgeholt

DSL: Telekom funkt per Satellit dazwischen

Hespe (gus). Verärgert hat Bürgermeister Werner Vehling auf ein Schreiben der Deutschen Telekom an die Gemeinde Hespe reagiert. Darin warb das Unternehmen für DSL-Anschlüsse per Satellit. "Da sollen wir Kabelanschlüsse werben, und dann fallen die uns mit so was in den Rücken", sagte Vehling gegenüber dieserZeitung.

Hintergrund ist der Inhalt des Joint-Venture-Vertrags zwischen der Telekom und den Gemeinden Hespe und Meerbeck. Demzufolge haben sich die Kommunen bereit erklärt, die Werbung von DSL-Anschlüssen zu übernehmen, damit sich der Netzausbau für den Vorwahlbereich 05721 in den beiden Gemeinden auch rentiert. Mit der Reklame für DSL per Satellit hätte die Telekom das gemeinsame Ziel womöglich torpediert. "Die haben sich inzwischen entschuldigt", so Vehling. Weitere Schreiben seien nicht erfolgt. Ob auch an Bürger ein Werbebrief gesandt worden ist, wisse er nicht. Derweil nimmt der Ausbau für 05721 feste Formen an. Die Firma Heine-Schweer habe bereits die erste Kabelrolle abgeholt und beginne im Frühjahr mit dem Verlegen der Leitung. "Das hat eine ganz schöne Zeit gedauert", sagte Vehling. Dieser erinnerte daran, dass er im April 2004 den ersten Brief an die Telekom in dieser Sache geschickt hat. "Fünf Jahre später haben wir dann wohl endlich DSL", resümierte der Bürgermeister. Sobald das Wetter es zulässt, starten die Erdarbeiten in Meerbeck. Von da aus arbeitet sich das Unternehmen über Volksdorf und Kuckshagen teils im Zickzack-Kurs bis zur Gemeinde Hespe vor. Die Trasse endet am Hesper Kindergarten. Der Vertrag für den Ausbau im Vorwahlbereich 05724 ist ebenfalls vom Hesper Rat abgenickt worden. Dies hatte Vehling im Vorfeld als reine Formalie bezeichnet. Von den rund 33 000 Euro kommunaler Kostenübernimmt Hespe aufgrund der Anschlusszahlen im eigenen Bereich 14 Prozent (4620 Euro). Dieselbe Summe zahlt die Gemeinde Seggebruch, den Rest übernimmt die Gemeinde Helpsen. Beide Kommunen hatten dem Zahlenwerk bereits zugestimmt. Der Ausbau für diesen Bereich soll spätestens ein Jahr nach Vertragsabschluss beginnen. Allerdings befinden sich weitere Schutzklauseln in dem Papier, wonach die Telekom nicht zum Baustart verpflichtet ist, wenn bestimmte Rahmenbedingungen nicht eintreten sollten. Das hatte bei der jüngsten Seggebrucher Ratssitzung Sorgenfalten hervorgerufen.

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