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Barsinghäuser Standort steht auf dem Prüfstand / Entscheidung bis zum Sommer angestrebt

Droht dem Bahlsen-Werk 3 die Schließung?

Barsinghausen (wk). Die Bahlsen-Konzernleitungüber prüft derzeit die Produktionsstrukturen aller Bahlsen-Standorte. Im Mittelpunkt steht dabei das Werk 3 in Barsinghausen, wo seit 1957 zahlreiche Bahlsen-Produkte vom Band laufen. Das Werk weise eine nicht mehr zeitgemäße Gebäude- und Infrastruktur auf, woraus hohe Fixkosten resultieren, teilte Bahlsen offiziell mit. Deshalb würden "zurzeit alle Alternativen mit dem Ziel der Effizienzsteigerung geprüft".

CDU-Landtagsabgeordneter Max Matthiesen, Werner M. Bahlsen und M

Inhaber Werner M. Bahlsen informierte die rund 700 Köpfe zählende Belegschaft am Montag im Rahmen einer Betriebsversammlung. Er sprach von einem verschärften Wettbewerb im Markt, einer hohen Handelskonzentration und von seit letztem Jahr erheblich gestiegenen Rohstoffpreisen. Dies alles übe einen "enormen Druck" auf das Unternehmen und das Ergebnis aus. Obwohl Bahlsen seit Jahren kontinuierlich an der Optimierung seiner Strukturen und Prozesse arbeite und hohe Investitionen in neue Technologien, Innovationen und Werbung getätigt habe, seien nun "weitere Maßnahmen zur Verbesserung der bestehenden Kostenstruktur notwendig". Als Traditions- und Familienunternehmen verfolge Bahlsen dabei eine langfristige Zukunftssicherung. "Wir müssen Maßnahmen ergreifen, die das Unternehmen fit machen und nachhaltig für die Zukunft stärken. Konkrete Entscheidungen zur zukünftigen Werksstruktur werden für das zweite Quartal beziehungsweise vor den Sommermonaten angestrebt", kündigte Werner M. Bahlsen an. Auf Anfrage erklärte Unternehmenssprecherin Kerstin Deike, dass zum jetzigen Zeitpunkt über die Zukunft des Barsinghäuser Bahlsen-Werkes noch keinerlei weitere Aussagen gemacht werden können. Sie verwies auf entsprechende Werksstruktur-Gutachten, die in Arbeit seien. Das Ergebnis dieser Gutachten will auch derBahlsen-Betriebsrat zunächst einmal abwarten. Bürgermeister Walter Zieseniß zeigte sich sehr besorgt um die Zukunft des Bahlsen-Werks in Barsinghausen. Er sei zunächst geschockt gewesen, erklärte der Verwaltungschef. Vor einigen Wochen habe sich der neue Bahlsen-Produktionschef Dr. Christoph Hollemann bei ihm vorgestellt und dabei auch über die Rentabilitätsprüfung aller Werke gesprochen. Die Frage, ob eine Schließung zu befürchten sei, habe Hollemann verneint, dabei aber auf Überlegungen in Richtung Umbau und Werksmodernisierung verwiesen. Mittlerweile wird aber auch eine eventuelle Werksschließung nicht mehr ausgeschlossen. "Bahlsen rechnet mehrere Varianten durch, wir hoffen, dass der Standort Barsinghausen erhalten bleibt", sagte Zieseniß, der dem Unternehmen jedwede Unterstützung zusagte. Derörtliche CDU Landtagsabgeordnete Max Matthiesen erklärte nach Gesprächen mit der Stadtverwaltung sowie mit Ministerpräsident Christian Wulff und Wirtschaftsminister Walter Hirche: "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, damit das Werk Barsinghausen erhalten bleibt. Dazu bieten wir kurzfristig angesetzte Gespräche mit dem Unternehmer unddem Betriebsrat an."

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