weather-image
Vor Gericht: Serienweise Straftaten begangen

Drogenkarriere endet hinter Gittern

Bückeburg (ly). Drogen nimmt er seit seinem 14. Lebensjahr, zuletzt Heroin für 50 Euro - täglich wohlgemerkt. Um an Geld für Rauschgift zu kommen, lebt der chronisch klamme Hannoveraner (40) seit Jahrzehnten auf Kriegsfuß mit dem Gesetz. Mal war er frei, mal saß er ein.

Mittlerweile umfasst das Vorstrafenregister des drogensüchtigen Wiederholungstäters 17 Eintragungen. "Vier eng beschriebene Seiten", so Richter Friedrich von Oertzen, Vorsitzender der Berufungskammer am Landgericht. Genau wegen dieser kriminellen Karriere war Bewährung nach einer Reihe von Straftaten in Bückeburg und Umgebung jetzt kein Thema mehr.Das Urteil: Berufung verworfen, es bleibt bei zweieinhalb Jahren Haft wegen Diebstahls und Computerbetrugs in vier Fällen. Als Gehilfe eines Drogenhändlers, zuständig für die niederen Arbeiten, war der Mann im Februar vergangenen Jahres nach Bückeburg gekommen. Mit einer - wenn auch nicht von ihm - gestohlenen EC-Karte hob er an drei Geldautomaten kleinere Beträge ab, unterm Strich 100 Euro. Die Karte war zuvor aus einer Handtasche gestohlen worden, die in einem nicht verschlossenen Klassenraum einer Bildungsstätte lag. Wie praktisch, dass sich in der Tasche die PIN-Nummer befand, notiert auf einem Zettel. Da hatte es der unbekannte Langfinger nicht mehr so schwer. Zumindest der Diebstahl ließ sich dem Angeklagten nicht nachweisen. Auch so blieben genug Straftatenübrig. Nur wenige Tage später war der Drogensüchtige zur Bringzeit in einen Bad Nenndorfer Kindergarten spaziert, wobei ihn eine Erzieherin sah und anschließend auf Lichtbildern identifizierte. Mitgehen lassen hatte der ungebetene Gast das Portemonnaie einer Praktikantin. Für den Angeklagten ist das Vergangenheit. Er will ein neues Leben beginnen, auf Straßenbauer umsatteln und mit Drogen nichts mehr zu tun haben. "Mit 40 Jahren hat mein Mandant endlich begriffen, dass es so nicht weitergeht", meint Verteidiger Volkmar Mirsch. Staatsanwalt Frank Hirt sprach von einer "Drogenkarriere, wie man sie selten erlebt".

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare