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Drogenhandel? "In Rinteln schwierig geworden"

Um zu zeigen, dass Rinteln, was Drogenhandel und -konsum angeht, ruhig geworden ist, wählt Kripo-Chef Jörg Stuchlik gern die Geschichte, in der ein Rintelner am Hannoverander Steintorviertel mit rot abgepackten Haschischpäckchen aufgegriffen worden ist. Die Polizisten dort hielten ihn für einen Händler und erkundigten sich in Rinteln, ob rot abgepackte Päckchen bekannt seien. Doch diese mussten verneinen. Nachdem die Beamten den Mann auf die Wache gebracht hatten, erklärte dieser, er habe nicht vorgehabt zu handeln, sondern zu kaufen. Denn in Rinteln sei das kaufen von Drogen sehr schwierig geworden.

Rinteln (mld). Um zu zeigen, dass Rinteln, was Drogenhandel und -konsum angeht, ruhig geworden ist, wählt Kripo-Chef Jörg Stuchlik gern die Geschichte, in der ein Rintelner am Hannoverander Steintorviertel mit rot abgepackten Haschischpäckchen aufgegriffen worden ist. Die Polizisten dort hielten ihn für einen Händler und erkundigten sich in Rinteln, ob rot abgepackte Päckchen bekannt seien. Doch diese mussten verneinen. Nachdem die Beamten den Mann auf die Wache gebracht hatten, erklärte dieser, er habe nicht vorgehabt zu handeln, sondern zu kaufen. Denn in Rinteln sei das kaufen von Drogen sehr schwierig geworden.

Insgesamt verzeichnet die Kriminalstatistik für Rinteln 91 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz für das Jahr 2010, was eine Abnahme von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr sei. Die Aufklärungsquote liegt laut Polizei bei 100 Prozent. Die "Aufräum-Aktion" aus dem Jahr 2009, bei der Drogenhändler und Verteiler im großen Stile hochgenommen wurden, sei einer der Gründe für dieses Ergebnis. Vorerst hätten sie Ruhe. "Aber natürlich behalten wir die Szene im Auge", so Stuchlik.

Überhaupt zeigt sich der Kriminalhauptkommissar bei der Präsentation der Statistik zufrieden: Bei 1850 Straftaten, die im vergangenen Jahr in Rinteln begangen wurden, seien es 24 weniger als 2009. Die Aufklärungsquote sei von 2009 bis 2010 von 63,77 Prozent auf, 64,59 Prozent gestiegen, was über dem niedersachsenweiten Schnitt von 61,91 Prozent liegt. "Darauf sind wir natürlich sehr stolz", sagt Stuchlik.

Leicht angestiegen seien allerdings die Straftaten Jugendlicher unter Alkoholeinfluss: Von 117 (2009) auf 126 (2010). Einer der größten Einsätze der Polizei ist deshalb im vergangenen Jahr die Großschlägerei bei einem Discoabend in Rehren gewesen, die durch alkoholisierte Jugendliche begann.

Auch die Zahl der Rohheitsdelikte wie Raub oder Körperverletzung, sei leicht angestiegen. Den höchsten Anteil dieser Delikte machen die Körperverletzungen aus. Auch Fälle der häuslichen Gewalt werden seit drei Jahren hier vermerkt: 44 davon gab es im Jahr 2010 - zehn weniger als im Vorjahr.

Diebstähle wurden im vergangenen Jahr 629 verübt, was 9,3 Prozent weniger sind als 2009. Die Aufklärungsquote in diesem Straftatenbereich beträgt 40 Prozent, was laut Stuchlik ein "Spitzenwert" sei, auch wenn es nicht viel klingen mag.

Vermögens- und Fälschungsdelikte hingegen gingen bei der Polizei "täglich über den Tisch". Häufig seien es Fälle, in denen Leute gebotene Geldbeträge in Internetauktionshäusern nicht bezahlt oder bestellte Ware nicht versandt werde.

Die Polizei hat ebenfalls vorgesehen die Präventionsarbeit in den kommenden Monaten zu verstärken. Die "Förderung der Zivilcourage", Medienkompetenz und auch Selbstbehauptungstrainings sollen hierbei speziell im Fokus liegen. Nach ersten Versuchen im Oktober 2009 sind nun auch wieder Alkohol-Testkäufe von Jugendlichen geplant.

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