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CDU-Kreisparteitag zur Wahl: Der Ton wird rauer / "Kommunalpolitische Bausteine" verabschiedet

Drewes: "Ich bin nicht im Pensionsalter"

Landkreis (ssr). Auf einem CDU-Kreisparteitag in Apelern hat der Landratskandidat der Union, Klaus-Dieter Drewes, unüberhörbar scharfe Spitzen gegen Amtsinhaber Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD) ausgeteilt. Die anwesenden 120 Mitglieder verabschiedeten einmütig das unter Leitung des stellvertretenden Landrats Gunter Feuerbach erarbeitete CDU-Kommunalwahlprogramm mit dem Titel "Wahlbausteine". Zum Schwerpunktthema kommunale Familienpolitik referierte Parteichef BurkhardBalz.

Klaus-Dieter Drewes zeigt Materialien der Kreisverwaltung, die i

Er sei zwar "kein Dauernörgler", rief Drewes den Mitgliedern zu, auch wolle er in der Kreispolitik "nicht alles verändern was gut und richtig ist". Als Landrat wolle er aber schon "anpacken, was nicht vorhanden, nicht optimal, nicht bekannt ist". Drewes weiter: "Junge, innovative Ideen und neue Ansätze müssen geweckt,entwickelt und umgesetzt werden." Dafür benötige man Zeit. Es könne nicht sein, "für den kurzen Rest einer Amtszeit nur Vorhandenes zu verwalten und bisherige Konzepte und Wege beizubehalten", sagte Drewes (49) in offenkundiger Anspielung auf Schöttelndreier (63) und setzte nach: "Gut dreieinhalb Jahre reichen nicht. Ich bin nicht im Pensionsalter. Ich will 16 Jahre lang gestalten." Aufgabe des Landrats sei zudem nicht, so Drewes weiter, "immer einstimmige Beschlüsse zu erwirken, sondern mehrheitsfähige Zukunftskonzepte umzusetzen". Seine eigene Philosophie laute: "Die Kraft der Gruppe ist die Stärke des Einzelnen". Er wolle "Motor" sein, bewusst zusammen mit anderen, eine "Bürgerkommune Landkreis Schaumburg" zu schaffen. "Es darf nicht einen alleinigen Entscheider über alles geben", rief Drewes unter starkem Beifall seiner Parteifreunde aus. Konkret kritisierte Drewes die "Vermarktung, Außenwirkung und Ergebnispräsentation" des Landkreises. Statt "160 Seiten dicken Berichten zum Haushalt, die nur sehr wenige durchlesen, geschweige denn behalten können", müsse vielmehr angesagt sein: "Kurze Präsentationen und direkte Kommunikation mit den Bürgern im Sinne einer Nachvollziehbarkeit und Übersichtlichkeit der Landkreisaktivitäten." Dass in der Kreispolitik aus seiner Sicht neue Ansätze nötig seien, fußte Drewes "neben den Erkenntnissen aus vielen Gesprächen und dem Studium vieler Unterlagen" auf eine aktuelle gemeinsame Online-Umfrage des ZDF, des Magazins "Stern" und des Mc Kinsey-Instituts. Bei der Frage der Zufriedenheit der Bürger mit ihrer Region belege Schaumburg (ausgewertet zusammen mit Nienburg) bundesweit den 69. Rang unter 117 Regionen. Beim Kriterium der Erwartungen der Bürger hinsichtlich des heimischen Arbeitsmarktes rangiere Schaumburg/Nienburg nur auf Platz 88, beim Thema Kinderwunsch "erschreckender Weise" gar nur auf Rang 104. "Damit können wirnicht zufrieden sein", sagte Drewes, "neue Konzepte müssen her." Ideen nannte Drewes zu den Stichpunkten Familien (Einrichtung eines "Familienzentrums", flexiblere Betreuungsformen in den Kindergärten), Bildung (optimale Umsetzung der Schulreform, Förderung von Hochbegabten), Arbeitsmarkt (mehr Ausbildungsplätze in der Kreisverwaltung, Prüfung der Option einer direkten Arbeitsvermittlung durch den Landkreis) und Ehrenamt (bessere Vermarktung der Kontaktstelle Ehrenamt).

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