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83-Jährige in Lebensgefahr / Haus an der Pulverstraße unbewohnbar / Heißes Körnerkissen die Ursache

Drei Senioren bei Brand in Wohnanlage verletzt

Bückeburg. Bei einem Brand in einer Wohnanlage für betreutes Wohnen an der Pulverstraße hat eine Bewohnerin eine lebensgefährliche Rauchvergiftung erlitten. Sie musste von den Einsatzkräften vor Ort reanimiert werden und liegt derzeit im Krankenhaus Beth el. Zwei weitere Bewohnerinnen konnten gestern Morgen das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Die weiteren 16 Bewohner des 12-Familien-Hauses kamen mit dem Schrecken davon. Sie wurden noch in der Nacht in einem Altenheim untergebracht, zum Teil konnten sie im Verlauf des Morgens in ihre verrußten Wohnungen zurückkehren. Größtenteils ist das Haus aber unbewohnbar.

Hauseigentümer Wolfgang Bax (r.) begutachtet zusammen mit Handwe

Autor:

Raimuund Cremers

Ausgebrochen war der Brand in der "Villa Argentina" gegen 2.30 Uhr in einer Wohnung im Erdgeschoss. Polizei und Feuerwehr werden umgehend alarmiert. Als der erste Streifenwagen vor eintrifft, ist das Treppenhaus des dreieinhalbgeschossigen Gebäudes völlig verqualmt. Die Haustür ist verschlossen. Aus dem Obergeschoss wird den Beamten von einem der Bewohner der Schlüssel heruntergeworfen. Als sie die Tür öffnen, finden sie direkt hinter der Eingangstür die 87-jährige Seniorin, in deren Wohnung der Brand ausgebrochen war, wie sich später herausstellt. Aus ihrer Wohnung schlagen helle Flammen. Die Frau steht unter Schock und muss mit einer leichten Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Die Feuerwehr ist ebenfalls innerhalb weniger Sekunden vor Ort. Mit schweren Atemschutzgeräten dringt sie in das Haus vor. Die Mieter haben sich zwischenzeitlich bereits selbst in Sicherheit gebracht oder werden mit Hilfe der Feuerwehr gerettet. Im ersten Obergeschoss - über der Wohnung, wo der Brand ausgebrochen ist - finden sie eine 83-jährige Frau, die geborgen und reanimiert werden muss. Die Seniorin wird anschließend mit einer lebensgefährlichen Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. "Die Frau liegt im Koma, es besteht Lebensgefahr", erklärt Polizeisprecherin Gabriela Mielke von der Polizeiinspektion Schaumburg-Nienburg in Nienburg, deren Beamte die Brandermittlung übernommen haben. Auch die Bewohnerin der Nachbarwohnung wird zur Vorsicht ins Krankenhaus gebracht, kann es aber am Morgen bereits wieder verlassen. "Ich bin von den Hilferufen meiner Nachbarin geweckt worden, als ich zufällig zur Toilette musste", schildert sie gestern Morgen unserer Zeitung. "Als ich die Wohnungstür aufgemacht habe, war schon alles völlig verqualmt." Dann seien auch schon die Einsatzkräfte da gewesen. Ein Ehepaar, deren Wohnung außerhalb des Gefahrenbereichs liegt, verbringt nach eigenen Angaben dreieinhalb Stunden auf dem Balkon. Dann werden sie von der Feuerwehr aus dem Gebäude geführt. Mit 50 Mann ist die Ortswehr Bückeburg im Einsatz. Der Brand ist schnell unter Kontrolle. Ein Übergreifen der Flammen auf andere Wohnungen kann verhindert werden. Die Wohnung im Erdgeschoss brennt völlig aus. Durch die Hitzeentwicklung platzt der Putz von den Wänden, von der Heizung bleibt nur noch ein Klumpen Metall zurück. Auch die Betondecken der darüberliegenden Wohnungen werden ebenso wie die Balkone in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei beziffert den Sachschaden auf rund 50 000 Euro. Der Erbauer der Wohnanlage, der Stadthäger Wolfgang Bax, wollte sich gestern Morgen zur Schadenssumme noch nicht äußern. "Erstmal müssen wir uns um die Menschen kümmern und ihnen Wohnquartiere besorgen." Nach Angaben der Wohnungseigentümerin ist ein erhitztes Körnerkissen die Brandursache. Wie die Polizeisprecherin mitteilte, habe die Frau das Kissen in der Mikrowelle erhitzt und in das Bett gelegt. Dann sei sie zur Toilette gegangen. Als sie zurückkehrte, brannte bereits die Bettdecke ... Einige Bewohner konnten noch in der Nacht im "Herminenhof" untergebracht werden. Ein Anruf der Feuerwehr, die Nachtwache gab sofort eine Zusage, Zimmer wurden hergerichtet. Kurze Zeit später hatten fünf Menschen ein Dach über dem Kopf.

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