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Kleinlastwagen kommt ins Schleudern und verursacht zwei Unfälle / "Bild des Schreckens"

Drei Menschen sterben auf der Autobahn 2

Bad Nenndorf (sim). Bei zwei schweren Karambolagen auf der Autobahn 2 zwischen Bad Nenndorf und Lauenau sind in der Nacht zum Sonnabend drei Menschen getötet und einer schwer verletzt worden. Die Bergungsarbeiten dauerten fast zwölf Stunden, auf den Straßen in Bad Nenndorf und Rodenberg ging es nur im Schritttempo voran.

Alles dicht: Die Ausweichstrecken bei Bad Nenndorf sind verstopf

Den Helfern von Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdiensten habe sich auf der Autobahn ein Bild des Schreckens geboten, solch eine Zerstörung habe noch keiner der Einsatzkräfte erlebt, heißt es bei der Feuerwehr Lauenau, die wie die Kollegen aus Rodenberg, Bad Nenndorf und Pohle um 3.55 Uhr zu dem Einsatz gerufen wurden. Ein demolierter Mercedes "Sprinter" auf der einen Seite, zwei kollidierte Sattelzüge auf der Gegenfahrbahn. Drei Menschen verloren ihr Leben, ein 49-jähriger wurde schwer verletzt. So soll sich das Drama auf der Autobahn abgespielt haben: Ein Mercedes "Sprinter" aus Neuruppin gerät in Richtung Dortmund gegen 3.45 Uhr aus ungeklärter Ursache ins Schleudern, prallt gegen die Mittelleitplanke, gerät zurück auf die Fahrbahn und kippt dabei auf die Seite. Die beiden Insassen, ein 37-jähriger und ein 18-jähriger Inder, steigen aus dem beschädigten Wagen aus und wollen sich in Sicherheit bringen. Doch sie schaffen es nicht. Ein Sattelzug aus Herne donnert heran, der Fahrer kann nicht mehr ausweichen und erfasst die beiden Männer. Sie sind sofort tot. Durch die Kollision mit dem Sprinter verliert der 49-Jährige hinter dem Steuer die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Schwertransport durchbricht die Mittelleitplanke und bleibt quer auf der Gegenfahrbahn in Richtung Berlin liegen. Ein ebenfalls 49-Jähriger aus Minsk kracht mit seinem Lastwagen in den 40-Tonner, die Fahrerkabine reißt ab, kippt vorne über und bohrt sich in den mit Bürobedarf beladenen Auflieger. Der Trucker aus Weißrussland kommt ums Leben. Sein Köper kann erst mit Hilfe eines Feuerwehrkrans nach mehreren Stunden aus seiner Kabine befreit werden. Der Lkw-Fahrer aus Herne kommt mit dem Leben davon, auch bei ihm muss die Feuerwehr schweres Gerät einsetzen. Helfer aus Rodenberg und Lauenau benötigen aber zwei Stunden, um ihn aus dem abgerissenen Führerhaus zu befreien. Ein Rettungshubschrauber fliegt ihn in eine Klinik. In Richtung Berlin muss die Polizei die Autobahn am Sonnabend bis zum Nachmittag komplett sperren. "Der Anhänger eines Lastwagens war unter eine Brücke gerutscht und musste erst gedreht werden", sagt ein Polizist. Zudem war Diesel auf der Fahrbahn ausgelaufen. Es bildete sich ein Stau mit einer Länge von bis zu 25 Kilometern, auch die Ausweichstrecken durch Rodenberg und Bad Nenndorf waren total überlastet. In Richtung Dortmund konnte der Verkehr gegen Mittag wieder die A 2 passieren. Die Kriminalpolizei ermittelt nach der Unfallursache.

Die Kabine des Schwertranporters aus Minsk (Bild rechts). Der Fa
  • Die Kabine des Schwertranporters aus Minsk (Bild rechts). Der Fahrer wurde bei dem Unfall getötet. Der "Sprinter" (Bild unten) liegt am Straßenrand. Ein 37-jähriger Inder verlor die Kontrolle über den Kleinlaster, sein Beifahrer und er haben den schweren Unfall nicht überlebt.
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