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Christen begehen Weihnachtsfest / In den Predigten Rolle der Kinder beleuchtet / GelebteÖkumene

Drangvolle Enge in allen Bückeburger Kirchen

Bückeburg (jp). "Sie sehen, Platz ist in der kleinsten Hütte. Dieser Satz stammt übrigens aus Bethlehem." Mit diesen Worten begrüßte Pastor Dr. Klaus Zastrow die Besucher in der wie in jedem Jahr bis auf den allerletzten Platz voll bese tzten Jetenburger Kirche zur weihnachtlichen Christvesper. Auch wenn hier wie in allen anderen Gotteshäusern am Heiligen Abend drangvolle Enge herrschte: Forderungen nach Platzkarten für Kirchensteuerzahler waren kein Thema.

Christvesper in der Stadtkirche mit Pastor Wieland Kastning und

Unter besonderen Vorzeichen wurde bei der Katholischen Pfarrgemeinde St. Marien Weihnachten gefeiert. Erstmalig beging man dort das Weihnachtsfest unter dem Dach der neuen, vergrößerten Gemeinde, die am 1. September aus den bisherigen Pfarrgemeinden St. Marien Bückeburg, St. Josef Obernkirchen und St. Katharina Auetal-Rehren hervorging. Und zum sehr wahrscheinlich letzten Mal stand dabei Pfarrer Matthias Ziemens in St. Marien Bückeburg am Altar: Geht es nach den Plänen des Bistums Hildesheim, dann wird er im Sommer 2009 Bückeburg verlassen und eine andere Aufgabe innerhalb des Bistums wahrnehmen. In seiner Weihnachtspredigt spann Matthias Ziemens den Bogen von der derzeitigen weltwirtschaftlichen Situation zurück zum Zeitpunkt der Geburt Jesu. Kaiser Augustus habe die Volkszählung nicht um der Menschen, sondern nur um des Geldes willen angeordnet: "Er macht Finanzpolitik mit großem Erfolg, von Finanzkrise keine Spur." Und die Geburt eines einzelnen Kindes in Palästina sei für die Finanzstatistik bedeutungslos gewesen. Und doch seien in dieser Nacht die Machtverhältnisse der ganzen Welt gekippt, und aus heutiger Sicht sei Kaiser Augustus nur noch ein Statist in der Weltgeschichte. Die Menschwerdung Gottes als kleines, hilfsbedürftiges Kind habe Kinder in den Mittelpunkt gerückt, so Ziemens. Heute zeige uns die Geburt Jesu umso mehr die Wichtigkeit der Fürsorge für Kinder. "Kinder gehen uns alle an. Sie brauchen unseren besonderen Schutz. Ihr Wohl und ihre Würde stehen im Mittelpunkt. Gerade das zeigt uns das Kind in der Krippe." Pastor Klaus Zastrow verglich in seiner Weihnachtspredigt in der Jetenburger Kirche die Gefühle von Erwachsenen und Kindern hinsichtlich Weihnachten: Während Kinder hoffnungsvoll an die Botschaft vom Frieden glaubten, zweifelten die Erwachsenen bereits vor dem Wünschen. Die Hoffnung auf bessere Zeiten schwinde immer mehr dahin, gerade in Zeiten internationaler Wirtschaftskrisen. "Für Kinder ist Frieden machbar, aber wir Erwachsenen zweifeln und nennen das Vernunft. Aber das ist keine Vernunft, sondern Armut und Erbärmlichkeit." Die Weltgeschichte zeige, dass alles nur denkbare Böse auch möglich sei. "Dann ist aber auch das Gute möglich und machbar. Seit Weihnachten sindwir schuldig, wenn wir das Gute nicht tun, denn wir wissen, dass es möglich ist." Den Sinn des Wünschens zu Weihnach ten verdeutlichten einige Vorkonfirmanden in der Jetenburger Kirche bei ihrem Krippenspiel. Nach der Christvesper in der Jetenburger Kirche verteilten die Bückeburger Pfadfinder vom Stamm der Bilche das Friedenslicht aus Bethlehem an die Gottesdienstbesucher. Zum 10. Mal brachten in diesem Jahr Christen der Evangelisch-Lutherischen Stadtkirchengemeinde das Friedenslicht aus Bethlehem aus der Stadtkirche in die Christmette in der Katholischen Kirche St. Marien. Dort entzündeten Pfarrer Matthias Ziemens und Pastorin Anne Riemenschneider gemeinsam mit dem Friedenslicht die Kerzen an der Krippe. Im Anschluss an die Christmette besuchten viele Katholiken gemeinsam mit Pfarrer Ziemens die Christmette in der Stadtkirche.

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