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Musik kehrt zurück an ihren Entstehungsort

Dr. Wohlfarth schenkt Bückeburg seinen Bach

Bückeburg. Von den 20 Sinfonien, die Johann Christoph Friedrich Bach als Bückeburger Hofkapellmeister komponierte, sind durch die Wirren am Ende des 2. Weltkrieges zwölf verlorengegangen. Die erhalten gebliebenen Sinfonien (mit Ausnahme der B-Dur-Sinfonie von 1794) lagen nur in Form von handschriftlich überlieferten Orchesterstimmen vor (das gleiche gilt für die Klavierkonzerte). Sie waren nie gedruckt worden.

J.C.F. Bach

Deshalb ergaben sich beträchtliche Schwierigkeiten für den (aus Bückeburg stammenden) Doktoranden Hannsdieter Wohlfarth, als er vor mehr als 40 Jahren an seiner Dissertation mit dem Titel "Johann Christoph Friedrich Bach als Instrumentalkomponist" arbeitete. In einer langwierigen Forschungs- und Schreibarbeit mussten die Orchesterwerke (also die Sinfonien und Klavierkonzerte) erschlossen werden: Hannsdieter Wohlfarth stellte aus den vorhandenen Orchesterstimmen Partituren her, und zwar handschriftlich mit Federhalter, Tinte und Lineal. Inzwischen sind Jahrzehnte vergangen. Dr. Hannsdieter Wohlfarth wurde als Professor für Musikgeschichte an die Freiburger Musikhochschule berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1998 lehrte. Die von ihm rekonstruierten und in drei Bänden zusammenstellten Kompositionen des "Bückeburger Bach" waren bis vor kurzen in seinem Besitz. Nun hat er sich entschlossen, diese dem Staatsarchiv in Bückeburg zu schenken. Damit sie sicher dorthin gelangen, hat Professor Wohlfarth die drei Partiturbände dem Bückeburger Ehepaar Jutta und Günther Wilke mitgegeben, das ihn in seinem Heimatort Staufen bei Freiburg besucht hatte. So sind diese Orchesterkompositionen des "Bückeburger Bach" in die Stadt zurückgekommen, in der sie vor mehr als 200 Jahren entstanden sind.

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