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Nabu kritisiert Klosterkammer: Aus Sturmschäden nichts gelernt

"Douglasien-Pflanzung kommt ökologischer Katastrophe gleich"

Landkreis (rd). Der Naturschutzbund, Kreisverband Schaumburg, erinnert in einer Pressenotiz daran, dass "die Schäden in unseren Wäldern hausgemacht sind". Die Vorsitzende, Dr. Petra Sittig, hat sich vor Ort ein Bild der Zerstörungen gemacht und resümiert: "Jeder, der sich in den letzten Tagen in den Wäldern umgeschaut hat, musste feststellen, dass fast ausschließlich Fichten- und Kiefernbestände vom Windwurf betroffen sind". Dies sei besonders in Monokulturen, aber auch in Mischbeständen mit Laubhölzern der Fall. Die Laubbäume hätten dem Sturm dagegen weitgehend getrotzt.

Nadelbäume und insbesondere Fichten seien nicht nur gegenüber hohen Windgeschwindigkeiten, sondern auch gegenüber "Schadinsekten" anfällig, so Sittig. Fast täglich könne man Schlagzeilen über die zu erwartende Borkenkäferplage lesen. Das Wissen um diese Probleme habe man in der Forstwirtschaft erkannt und in vielen Bereichen eine Kehrtwende eingeleitet. So versuche beispielsweise der Kreisforst, künstliche Fichtenwälder wieder in natürlichere Buchenwälder umzuwandeln. In einigen Privatwäldern und besonders in den Forsten der Klosterkammer Hannover setze man aber auf eine andere Strategie, erklärt Sittig. Dort würden auf großen Kahlschlägen, wie zum Beispiel jüngst auf dem Düdinghäuser Berg und im Bückeberg, Douglasien gepflanzt. Die Douglasie ist eine Nadelbaumart, die aus Nordamerika stammt. Dr. Holger Buschmann, Artenschutzreferent des Nabu meint dazu: "Wie einst die Fichte, weist die Douglasie ein besonders schnelles Wachstum auf, hat aber zudem aus forstwirtschaftlicher Sicht den Vorteil, dass kaum heimische Insekten an ihr fressen. Das verspricht hohe Gewinnmargen, kommt aber einer ,ökologischen Katastrophe' gleich. Wo sollen die Insektenfresser ihre Nahrung finden?" Die Fichte habe schon die Artenvielfalt in heimischen Wäldern verringert und die Böden versauert, die Auswirkungen der Douglasie würden noch deutlicher ausfallen, so Buschmann: "Ganz zu schweigen von der Anfälligkeit gegenüber Stürmen, die, glaubt man den Klimaforschern, in Zukunft häufiger auftreten und an Stärke zunehmen werden." Angesichts dieser Tatsachen fragt sich Sittig: "Wie ist es möglich, dass die Fehler aus der Vergangenheit ständig wiederholt werden, obwohl immer wieder in Form von Sturmschäden auf sie hingewiesen wird?" Der Nabu kritisiert damit deutlich die Anpflanzung von Douglasienmonokulturen in heimischen Wäldern undfordert einen ökologisch angepassten Waldbau, der ausschließlich heimische Arten verwendet.

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