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Computerspiele: Kinder geben nach dem Test ihr Urteil ab

"Dieses Spiel macht keinen Spaß"

Obernkirchen (sig). Die Kinder verbringen immer mehr Zeit mit Computerspielen und halten sich zunehmend weniger zur körperlichen Bewegung im Freien auf. Das ist zum einen nicht unbedingt förderlich für die Gesundheit, und zum anderen sind etliche der PC-Spiele weder allgemein bildend noch stärken sie die Persönlichkeit. Die Sozialpädagogin Susanne Veentjer gab jetzt im Rahmen eines Workshops einigen interessierten Kindern im Jugendzentrum die Chance zu einer Selbstbewertung.

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Zwei Fragen standen im Vordergrund dieser mehrwöchigen Aktion: "Was ist gut für mich, und wie kann ich mich selbst schützen?" Für die Bewertung gab es vorgefertigte Formulare mit erbetenen Stellungnahmen. Die Teilnehmer sollten zum Inhalt der Spiele und zu den Schwierigkeitsstufen Stellung beziehen sowie zur Altersfreigabe. Gefragt wurde unter anderem: "Würdest du das kleinere Geschwister spielen lassen?" Und: "Kommen dabei Menschen oder Tiere zu Schaden?" Positive Reaktionen lauteten zum Beispiel bei einem Modelleisenbahn-Simulator: "Da werden Kinderträume wahr. Man darf Strecken und Brücken bauen sowie Weichen stellen. Und man muss nicht Tausende von Euros ausgeben, sondern kann virtuell mit der Bahn spielen." Es gab aber auch solche kritischen Bewertungen wie: "Dieses Spiel bereitet mir keinen Spaß, es ist langweilig, und nach einer halben Stunde möchte ich nicht mehr." Ein anderer Junge äußerte sich so: "Mir wurde in dem einen Spiel etwas geklaut, und das nervt. Bei den ständigen Überfällen verlässt einem schnell die Lust." Über ein Sherlock-Holmes-Spiel schrieben ein Junge und ein Mädchen: "Um die Mysterien aus dem viktorianischen London aufzuklären, muss man alle Beobachtungsgabe und logischen Geist einsetzen. Das ist toll spannend. Immer muss man was anderes machen. Das fördert die Konzentration." Nicht nur zu dem pädagogischen Nutzen und der Altersfreigabe sollten die jungen Testpersonen Stellung beziehen, sondern auch zum Schwierigkeitsgrad, ein bestimmtes Spiel zu installieren. Sie vergaben dafür Noten von ein bis sechs. Zum Abschluss des Workshops wurde als Endprodukt von fünf Wochen gemeinsamer Arbeit eine Zeitung herausgegeben. Daran beteiligt waren neben den Kindern und der Sozialpädagogin Susanne Veentjer noch vier Jugendleiter. Ansichtsexemplare liegen im Jugendzentrum, im Rathaus und in den heimischen Schulen aus.

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