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In Las Vegas setzt ein neu eröffnetes City Center am Strip Maßstäbe für die Zukunft / 37,5 Millionen Besucher im Jahr 2008

Diese Wüstenstadt ist mehr als ein Zockerparadies

Las Vegas. Das Hotel mit den meisten Zimmern der Welt (7128 im Venetian Resort) befindet sich in der Stadt, eine runde Rolltreppe überwindet die Stockwerke in den Forum-Shops, und auf dem Stratosphere-Tower bekommt man in den weltweit höchst gelegenen Karussells seinen Adrenalin-Kick. „Über die Brooklyn-Bridge am Strip laufen im Jahr mehr Menschen als über das Original in New York“, setzt Norbert Dörr noch eins drauf.

Vegas von oben: Vom Mandalay Bay im Vordergrund bis zum Stratosp

Autor:

Sabine Rasche

Der Deutsche mit hessischem Dialekt spricht über seine Stadt, sein Las Vegas. Ehefrau Petra und er haben vor 13 Jahren die begehrte Green Card gewonnen, die zum Leben in den USA berechtigt. Ziel der Auswanderer: die Glitzermetropole in der Wüste Nevadas. Seit zehn Jahren bietet Dörr deutschsprachige Stadtrundfahrten an. Dabei ist ein Zwischenstopp am „Dschungelpalast“ von Siegfried und Roy vorgesehen. Das markante Haus ist allerdings nur noch der Zweitwohnsitz der Magier. „Siegfried und Roy haben in der Wüste ein neues Haus bauen und dort sogar einen Wald anpflanzen lassen“, weiß Dörr. Überhaupt hat er jede Menge Insider-Tipps parat.

Petra Dörr ist Hochzeitsplanerin, kümmert sich von A bis Z um deutsche Heiratswillige. Der TV-Sender Kabel 1 hat die Auswanderer in der Reihe „Mein neues Leben – XXL“ porträtiert. Das Ehepaar lebt mit seinen beiden Kindern in Summerlin, einem Stadtteil der gehobenen Mittelschicht. Auch dorthin fährt Dörr seine Gäste, erzählt von den Lebensbedingungen und von vier Jahreszeiten, die es in der Wüste Nevadas gibt. „Nur das nasskalte Wetter fehlt. Schauen Sie: Die Häuser haben keine Regenrinnen.“

Rund um den Las Vegas Boulevard – kurz Strip genannt – leben 558 000 Menschen (Stand 2008). 37,5 Millionen Besucher kamen 2008. Gegründet wurde Las Vegas 1905. Ein unscheinbarer Stein vor dem Hotel Palace Station erinnert daran. Der Aufschwung kam ab 1931 mit dem Baustart für den Hoover Dam und durch die Legalisierung des Glücksspiels. An der Fremont Street in Downtown wurden die ersten Casinos errichtet. Der am Hoover-Staudamm gewonnene Strom brachte Klimaanlagen in die Spielhallen, Neon-Reklame, die Nellis Air Force Base der US-Armee – und die Mafia. Erst der Milliardär Howard Hughes schaffte es, die Mafiosi aus der Stadt zu vertreiben. Er setzte auf hochklassiges Entertainment mit Stars wie Elvis Presley oder dem berühmten Rat Pack mit Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr.

Die imposante Fassade des Hotels „New York New York“
  • Die imposante Fassade des Hotels „New York New York“ ist ein beliebtes Fotomotiv. Fotos: Rasche

Den Titel der „Hauptstadt der Unterhaltung“ beansprucht Las Vegas noch immer für sich. Viele Hotels locken mit täglichen Shows – von David Copperfield über Le Rêve, Cirque du Soleil bis hin zur Blue Man Group. Mit dem Bau spektakulärer Themenhotels verwandelte sich „Sin City“ zum Ziel von Familien und Besuchern, die nicht spielen wollen. Entlang des 7,2 Kilometer langen Strips stehen 14 der 20 größten Hotels weltweit. Dabei können Touristen von Ägypten ins Mittelalter laufen, einen Stopp am Broadway einlegen oder sich im Bellagio und im Paris dem Savoir Vivre hingeben.

Eine Gondelfahrt durch den Canal Grande des Venetians ist besonders bei Hochzeitspaaren beliebt. In Las Vegas haben unzählige Prominente geheiratet: Elvis Presley, Brigitte Bardot, Bruce Willis, aber auch Lothar Matthäus und Noch-Ehefrau Liliana. Richtung Downtown sind zahlreiche Hochzeitskapellen zu finden. Alles ist möglich. Selbst eine Drive-in-Hochzeit, bei der das Paar im Auto bleibt und sich am Schalter das Jawort gibt.

Neue Maßstäbe setzt das kürzlich eröffnete City Center, das größte privat finanzierte Projekt in der Geschichte der USA (fünf Milliarden US-Dollar). Die Entwürfe acht weltbekannter Architekten wurden umgesetzt. Werke von Künstlern wie Maya Lin oder Nancy Rubens sind im öffentlichen Raum zu finden. Auch präsent: der gebürtige Hamelner Sebastian Krüger. Drucke des zeitgenössischen Malers sind in der Jack Gallery im Venetian ausgestellt.

Für jeden Geschmack und Geldbeutel hat die Stadt etwas zu bieten, sei es Kunst, Kultur, Shopping. Lifestyle, Abenteuer oder Entertainment. An den Spielautomaten, den Roulettetischen und Pokerräumen kommt jedoch niemand vorbei. Allgegenwärtig ist das Klingeln der Automaten. Das Glücksspiel ist die Haupteinnahmequelle der Stadt. 2007 belief sich der Gewinn auf 8,7 Milliarden US-Dollar.

Las Vegas ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Besuche der Nationalparks wie des Grand Canyons oder des Death Valley. Das sieht auch Familie Dörr so: „Seit wir hier sind, gefällt uns Nevada am besten. Wir vermissen nichts.“

Weitere Infos im Internet unter www.visitlasvegas.de und www.treasuretours.net.

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