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Erste zentrale Abschlussprüfung für Hauptschüler / Hoher Organisationsaufwand

Dienstag Deutsch, heute Mathe - und früh morgens wird fleißig kopiert

Rinteln (crs). Das Zentralabitur ist in aller Munde. Dass sich aber nicht nur Gymnasiasten, sondern auch Hauptschüler in diesem Jahr erstmals zentralen Abschlussprüfungen stellen müssen, ist weitgehend unbekannt. Am Dienstag haben die 79 Neuntklässler der Hauptschule am Ostertor mit der Deutsch-Prüfung den ersten Teil hinter sich gebracht - und heute heißt es Daumen drücken für Mathematik.

"Wir waren ziemlich aufgeregt, aber die Deutsch-Prüfung war sehr

"Wir waren ziemlich aufgeregt vor dieser ersten Prüfung", sagt Maximilian Klimek, Klassensprecher der 9c. Umso positiver überrascht waren Max und seine Klassenkameraden dann von den fair gestellten Aufgaben: "Das war wirklich sehr gerecht", bewertet der 16-Jährige die Prüfungen. "Einfach, fast wie eine Übungsarbeit", meint seine MitschülerinFranziska Beermann (15) sogar. Dass die Rintelner Schüler so gut mit den Aufgaben zurecht gekommen sind, liegt ihrer eigenen Einschätzung zufolge auch an der guten Vorbereitung durch die Fachlehrerin. "Frau Schmidt hat das sehr gut gemacht", findet zum Beispiel Franziska. Das hört Schulleiter Heinz Pettenpaul natürlich gerne. Außer der fachlichen Vorbereitung war dem Lehrerkollegium aber vor allem mentale Unterstützung wichtig, um den Schülern die Angst vor der zentralen Prüfung zu nehmen. Das scheint gelungen zu sein: Als "angespannt, aber realistisch" hat Pettenpaul die Erwartungshaltung der Hauptschüler vor der Klausur am Dienstag empfunden - und ähnlich bewertet er ihre Reaktion danach. Für die Schulleitung bedeuten die zentralen Prüfungen einen erheblichen Mehraufwand. So mussten zum Beispiel für die Deutsch-Prüfung über 1600 Kopien angefertigt werden, für die Mathematik-Klausur stehen gar über 2500 Vervielfältigungen an. Und die dürfen erst heute in den frühen Morgenstunden gemacht werden: Frühestens drei Stunden vor Klausur-Beginn, so will es der Erlass aus dem Kultusministerium, darf der Schulleiter die von ihm gestern Nachmittag aus einem besonders geschützten Bereich des Internets heruntergeladenen Prüfungsaufgaben weitergeben. In der Organisation sieht Pettenpaul denn auch noch Nachbesserungsbedarf auf höherer Ebene: "Da stecken wir eben alle noch in der Lernphase." Ihren Abschluss nehmen die zentralen Prüfungen mit dem Mündlichen am 22. und 23. Juni. Und im nächsten Jahr wird das neue System auch auf die zehnten Klassen ausgeweitet: Die müssen dann zusätzlich noch eine schriftliche Englisch-Prüfung absolvieren.

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