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Acht Menschen sterben 2005 auf heimischen Straßen / Polizeikommissariat stellt Unfallentwicklung vor

Die Zahl der Verkehrstoten verdoppelt sich

Bückeburg (rc). Acht Tote und damit doppelt soviel wie im Durchschnitt hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen des Polizeikommissariats Bückeburg gegeben, also in den Städten Bückeburg und Obernkirchen sowie den Samtgemeinden Eilsen und Nienstädt. Wenn man die Zahl der 30 Schwerverletzten hinzuzieht, relativiert sich diese Zahl allerdings, wie Polizeichef Werner Steding und sein Stellvertreter KurtWehmeier auf der Jahres-Pressekonferenz mitteilten.

Acht getötete und 30 schwerverletzte Menschen weist die Statisti

Zusammengezählt liegt die Zahl der Toten und Schwerverletzten mit insgesamt 38 Opfern noch unter dem statistischen Mittel des Polizeikommissariats. Steding: "Jeder Unfall ist einer zuviel. Zwischen schwerverletzt und tot entscheidet oft nur der Zufall, also die berühmten Zentimeter oder Zehntelsekunden." Insgesamt liegt die Unfallentwicklung im Schnitt der vergangenen zehn Jahre. 2005 krachte es 838 Mal, ein leichter Anstieg gegenüber 2004. "Aber insgesamt noch nicht besorgniserregend", so Wehmeier. Auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich des Kommissariats sind die Bürger sogar sicherer als im Landesdurchschnitt, stellten Steding und Wehmeier fest. Auf eine Bevölkerungszahl von 100 000 Bewohnern hochgerechnet - 49 000 leben im Zuständigkeitsbereich des Kommissariats Bückeburg - würde es 78 Opfer von schwersten und schweren Unfällen geben; der niedersächsische Durchschnitt liegt dagegen bei knapp 100. Steding: "Die Bürger leben hier trotz der relativ hohen Dichte von Bundes- und Landesstraßen und guter Verkehrsanbindung relativ sicher. Für Bückeburg und den Landkreis Schaumburg ist das sicherlich ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil." Wie Steding mitteilte, ereigneten sich die Unfälle mit Toten und / oder Schwerverletzten überwiegend außerhalb geschlossener Ortschaften. Bei sechs der tödlichen Unfälle war zu hohes Tempo die Unfallursache. In der Risikogruppe "Junge Kraftfahrer", der 18- bis 24-Jährigen, gab es 2005 keinen tödlichen Unfall. Allerdings relativiert sichdiese Zahl: ein Opfer war gerade einmal 16 Jahre alt und wird von der Statistik ebensowenig erfasst wie ein 25-Jähriger, der nur wenige Tage vorher Geburtstag gefeiert hatte. An Bäumen starben in 2005 zwei Menschen, leicht unter dem Landkreis- und Landesschnitt. Weitere Zahlen: 167 Unfallfluchten - "in der Masse Parkplatzrempler" - registrierte das Kommissariat 2005, die Aufklärungsquote liegt bei 40 Prozent. Wenn jemand etwas beobachtet hat, solle er dies bei der Polizei melden: "Die Meldungen sind nicht aussichtslos, wir gehen mit Akribie an die Sache." Insgesamt 87 Fahrten unter Alkoholeinfluss registrierten die Beamten, 24 Mal kam es zu Unfällen, die auf Alkoholeinfluss zurückzuführen sind. Fahrten unter Drogen registrierte die Polizei 92, bei zweien kam es zu einem Unfall. Insgesamt führte das Kommissariat 179 Alkoholmessungen durch. Die "weiteren Verkehrsstraftaten" wie Fahren ohne Führerschein, ohne Versicherungsschutz, ohne Kraftfahrzeugsteuer sowie Straßenverkehrsgefährdungen belaufen sich auf insgesamt 121 Fälle. Wie Steding und Wehmeier ankündigten, soll das schnelle Fahren außerhalb geschlossener Ortschaften im laufenden Jahr durch Geschwindigkeitsmessungen an Unfallschwerpunkten reduziert werden. Auch Aktionen der Verkehrswacht wie "Eile tötet" sollen in diesem Bereich unterstützend wirken. Weiter sollen die Alkohol- und Drogenkontrollen ausgebaut werden. "Wo immer wir Ansatzpunkte haben, Unfälle verhindern zu können, machen wir es." Ob es bauliche Entschärfungen an Unfallschwerpunkten wie etwa der L 451 zwischen Ahnsen und Vehlen, der B 83 im Einmüdnungsbereich Auestraße oder aber der Kreuzung in Warber gibt, bleibt den Entscheidungen der Verkehrsunfallkommission vorbehalten. Sie wird Ende März zusammenkommen.

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