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Wie Nierentisch, Wurlitzer und Gelsenkirchener Barock Lebensgefühle prägen können

Die wilden Fünfziger - ein Fall fürs Museum?

Rinteln (ur). Große Pläne hegt ein kleiner Kreis von Freunden der "wilden fünfziger Jahre", der sich um den Rintelner Künstler Ulrich Holst gebildet hat: Im kommenden Sommer soll zu diesem Thema eine Sonderausstellung in der Eulenburg stattfinden.

Der Rintelner Künstler Ulrich Holst mag das Lebensgefühl der Fün

Holst selber, der in seinen Bildern immer wieder Stilelemente dieser Zeit aufgreift, greift mit schöner Selbstverständlichkeit zu "Hawaiihemden", spitzen Schuhen und anderen Accessoires dieser Zeit, die auch auf den alten Flipper-Displays so überzeugend dargestellt wird - und natürlich sammelt er auch typische Gegenstände aus den frühen Wirtschaftswunderjahren, in der die Fresswelle schließlich über das schlagerselig-inspirierte Fernweh in die Reisewelle überging. Die von der Alltagskultur derÄra von Nierentisch, Musikbox und Nylonhemden faszinierten "Jäger und Sammler" planen, im kommenden Jahr im Museum Eulenburg eine Sonderausstellung zu diesem Themenkreis zu veranstalten und haben mit dieser Idee bei Museumsleiter Dr. Stefan Meyer auch schon offene Augen und Ohren gefunden. Schließlich ist ja auch das so beliebte Exponat des Mini-Wohnwagens im Obergeschoss ein echtes Stück Freizeitkultur jener Jahre. Inzwischen hat Modekaufmann Henrik Rumke, der auch bekennender Fünfziger-Jahre-Fan ist, ein Signet gestaltet, unter dem die Aktivitäten für die Ausstellung gebündelt werden sollen. Die Realisierung des Projekts ist damit aber noch längst nicht gesichert. Zum einen fehlen noch Gegenstände, Dokumente und sonstige Erinnerungsstücke an die "echten Fünfziger" des vorigen Jahrhunderts - und außerdem mangelt es auch an Platz, um diese wenigstens bis zur Realisierung der Ausstellung einzulagern. Zumal Holst und seine Freunde jetzt noch einen ganz dicken Fisch an der Angel haben: die nostalgische Einrichtung eines "Tante-Emma-Ladens" in Strücken. "Der sieht so original nach fünfziger Jahre aus, dass man denken könnte, der frühere Inhaber hätte damals gerade Feierabend gehabt, den Schlüssel zugedreht und seither dann nichts mehr verändert!" Das Problem: Der Laden soll demnächst geräumt werden, so dass es höchste Zeit wird, eine angemessene Unterbringung dieser durchaus musealen Szenerie zu beschaffen. Wer von einer Aufbewahrungsmöglichkeit für die Exponate weiß, gar selber so einen Raum in Rinteln oder Umgebung zur Verfügung stellen kann oder sich in anderer Weise für die Idee "Die wilden Fünfziger" einbringen möchte, sollte sich möglichst umgehend bei Ulrich Holst unter der Rufnummer (05751) 923587 melden - auch der dazugehörige Anrufbeantworter wird regelmäßig abgehört. Übrigens planen die Rintelner Fünfziger-Jahre-Freunde in ihren kühnsten Überlegungen schon mal weiter: "Es gibt in der süddeutschen Klein-stadt Büdingen bereits ein kleines Spezialmuseum zu dieser Epoche, das ungeheuren Zuspruch bei Besuchern aus aller Welt findet." Und ist nicht auch Rinteln eine Kleinstadt, die ihre Chancen verstärkt im Tourismus sieht?

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