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Klimaschutzagentur für das Weserbergland ist auf dem Weg / Ohne Aerzen und Bad Münder

Die Tür ist für die Abweichler weiter geöffnet

Hameln-Pyrmont (ll). Der Gründung einer eigenständigen Klimaschutzagentur für den Landkreis Hameln-Pyrmont steht nicht mehr viel im Wege: Sofern Kreisausschuss und Kreistag in der kommenden Woche der Gründung der „Klimaschutzagentur Weserbergland“ in Form einer gemeinnützigen Gesellschaft endgültig zustimmen, kann das Vorhaben, die Nachfrage an erneuerbaren Energien langfristig zu fördern, starten.

Der Finanzausschuss des Landkreises hat den Plänen grünes Licht gegeben – auch, wenn zwei Kommunen aus dem gemeinsamen Projekt ausscheren. Wie Wirtschaftsförderer Andreas Manz berichtete, werden sich der Flecken Aerzen sowie die Stadt Bad Münder nicht an der Klimaschutzagentur beteiligen. Entgegen Manz’ Eindruck, dass zunächst ein „grundsätzlicher Konsens“ zwischen den Partnern geherrscht habe, werden sich die beiden Kommunen nun doch nicht als Gesellschafter der Klimaschutzagentur einbringen.

Jede Kommune des Landkreises wird sich mit 3000 Euro am Stammkapital der gemeinnützigen Gesellschaft mit Standort in Hameln beteiligen. Durch die Ablehnung aus Aerzen und Bad Münder übernimmt nun der Landkreis die Anteile am Stammkapital, so dass sich der Landkreiszuschuss von 3000 Euro auf 9000 Euro erhöhen wird. Auch der Wirtschaftsplan werde sich um die Anteile der ausscherenden Kommunen verringern, so Manz. Gleichzeitig steht nun fest, dass die Stadt Bad Pyrmont ihren Anteil am Stammkapital durch die Bad Pyrmonter Stadtwerke einbringen wird.

„Es ist bedauerlich, dass sich Aerzen und Bad Münder nicht in die Solidargemeinschaft der Kommunen im Landkreis einreihen“, sagte Ausschussvorsitzender Kurt-Heinz Zühlke (CDU). Für seinen Fraktionskollegen Claudio Griese kommt der Ausstieg der beiden Kommunen „überraschend und unvorhersehbar“. Für ihn bestehe dennoch Hoffnung, dass die Kommunen noch einscheren. Denn: „Wenn man nur mit halber Kraft fährt, wird es auf Dauer mühsam“, meint Griese. Für Fritz Rieger von der Bürgerliste hingegen hat die Agentur grundsätzlich wenig Sinn: „Die Agentur macht nichts, was es noch nicht gibt“, lautet sein Einwand. Ihm fehlen klar definierte Aufgaben der Agentur. „Unsere heimischen Unternehmen beraten ja auch schon im Bereich der erneuerbaren Energien“, meint Rieger. Dem Beschluss des Fachausschusses zur Gründung der Agentur verweigerte er deshalb seine Zustimmung. „Die Agentur wird vor allem durch Marketing Nachfrage generieren“, entgegnet Kurt-Heinz Zühlke. Neben Landkreis und kreisangehörigen Kommunen beteiligen sich das Hameln-Pyrmonter Handwerk sowie die Energieversorger e.on, die Hamelner Stadtwerke und die Stadtwerke Bad Pyrmont an der Agentur. Ratsherr Swen Fischer (SPD) aus Bad Münder bat, die Türen für die ausscherenden Gemeinden weiterhin offenzuhalten. Seine Bitte traf im Ausschuss auf breite Zustimmung.

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