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Für Tjark Bartels (SPD) und Uwe Schünemann (CDU) geht der Wahlkampf noch zwei Wochen weiter

Die Stichwahl muss entscheiden

Es geht in die Verlängerung, denn im ersten Wahlgang konnte gestern keiner der vier Bewerber um das Landratsamt im Hamelner Kreishaus die erforderliche absolute Mehrheit von 50 Prozent und einer Stimme erlangen. Jetzt sind die Hameln-Pyrmonter zu einem weiteren Urnengang aufgerufen. Am 6. Oktober werden sie zwischen dem amtierenden Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Tjark Bartels (SPD), und Niedersachsens ehemaligem Innenminister Uwe Schünemann (CDU) entscheiden müssen. Der Sozialdemokrat erzielte 40,6 Prozent der Stimmen, der Christdemokrat kam auf 37,4 Prozent. Die Stichwahl wollten auch Torsten Schulte und Hermann Schmidtchen erreichen, doch schaffte das mit 16,1 Prozent weder der Kandidat der Grünen, noch der Bewerber der Unabhängigen, der sechs Prozent der insgesamt 82 205 abgegebenen gültigen Stimmen hinter sich einen konnte.

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Autor:

von hans-joachim weiß

Freude bei den Siegern, die sich laut Torsten Schulte nun der Unterstützung der Grünen sicher sein können, lange Gesichter dagegen bei der Union, die sich für ihren Kandidaten „deutlich mehr“ erwartet hatte, wie es Walter Klemme als Wahlkampforganisator der CDU freimütig einräumte. Denn mit der Präsentation des ehemaligen Landespolitikers als Landratskandidat konnten die Christdemokraten nicht wirklich punkten. Mit seinem gestern eingefahrenen Ergebnis lag Schünemann nur 1,8 Prozentpunkte über dem Ergebnis von Dr. Stefan Walter, der bei der Landratswahl 2011 den im April dieses Jahres ermordeten Landrat Rüdiger Butte (SPD) herausgefordert hatte und es auf 35,6 Prozent der Stimmen brachte. Der über Parteigrenzen geschätzte Amtsinhaber wurde damals mit 53,3 Prozent in seinem Amt bestätigt. Ein Ergebnis, das auch Bartels gestern nicht geschafft hat.

Doch sowohl SPD wie auch CDU sind überzeugt, die Stichwahl zu gewinnen und am Ende den künftigen Landrat zu stellen. Die Sozialdemokraten, weil Bartels, den vor drei Monaten in Hameln-Pyrmont noch niemand kannte, ein „hervorragendes Ergebnis“ errungen hat, wie es die Unterbezirksvorsitzende Gabriele Lösekrug-Möller formulierte; die Christdemokraten, weil sie sich durch das Bundestagsergebnis von 41,7 Prozent einen Schub nun in zwei Wochen auch für Schünemann erhoffen. Der allerdings ist für den ehemaligen Landespolitiker gestern ausgeblieben. Angesichts des Erst-stimmenergebnisses von CDU-Direktkandidat Michael Vietz (39,6 Prozent) eine kleine Überraschung. Für Otto Deppmeyer aber erklärbar: „In Hameln-Pyrmont wird immer speziell und nicht durchgewählt“, begründet der CDU-Kreisvorsitzende, der Bartels deshalb auch trotz der Unterstützungszusage der Grünen noch lange nicht am Ziel sieht. „Das ist Wunschdenken. Wir erwarten von niemandem eine Zusage, sondern setzen auf einen aktiven Wahlkampf.“

Der soll schon heute beginnen – mit lokalen Themen, wie Bartels und Schünemann betonten. Über die Strategie wollen SPD und CDU unverzüglich beraten. Schmidtchen, der sich mit seinem Wahlergebnis gegenüber 2011 (8 Prozent) aufgrund der erhöhten Wahlbeteiligung bestätigt sieht, hat angekündigt, dass die Unabhängigen keine Empfehlung für einen der übrig gebliebenen Bewerber aussprechen werden.

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  • Tjark Bartels (li.) und Uwe Schünemann (re.) bei der Analyse mit Dewezet-Chefredakteur Frank Werner (2. v. re) und Hagen Wolf (Radio aktiv).
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  • Auch Hermann Schmidtchen (Unabhängige) hat sein avisiertes Ziel, in die Stichwahl zu kommen, nicht erreicht. Wal (3)
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