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Frisch aus der Schote und ab in den Mund: Erbsen haben jetzt Saison

Die sich zuckersüß in Schale werfen

Prinzessinnen haben schon mit einer einzigen Erbse Schlafprobleme. Bei Aschenputtel standen Erbsen wohl auch nicht hoch im Kurs. Und Erbsenzähler gehören nicht gerade zu den beliebtesten Zeitgenossen. Sonst aber sind die kleinen grünen Kugeln ein echter Hit. Wie haben wir uns als Kinder gefreut, wenn die Erbsen reif waren und wir sie direkt von der Pflanze pflücken konnten: Schoten knacken, Erbsen rauspulen – und ab in den Mund. Die Ausbeute für die Schälchen, die es zu füllen galt, fiel da oft ganz schön mager aus.

Prinzessinnen haben schon mit einer einzigen Erbse Schlafprobleme. Bei Aschenputtel standen Erbsen wohl auch nicht hoch im Kurs. Und Erbsenzähler gehören nicht gerade zu den beliebtesten Zeitgenossen. Sonst aber sind die kleinen grünen Kugeln ein echter Hit. Wie haben wir uns als Kinder gefreut, wenn die Erbsen reif waren und wir sie direkt von der Pflanze pflücken konnten: Schoten knacken, Erbsen rauspulen – und ab in den Mund. Die Ausbeute für die Schälchen, die es zu füllen galt, fiel da oft ganz schön mager aus. Die meisten Kinder lieben Erbsen, weil sie so knackig und süß sind. Und gesund sind sie auch noch. Erbsen sind besonders eiweißreich und reich an stärkehaltigen Kohlenhydraten. Das ist gut für die Verdauung. Sie enthalten nervenstärkende B-Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium sowie Eisen und Zink. Das alles macht sie nicht nur für Kinder, sondern auch für ältere Menschen sehr wertvoll.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Schalenerbsen, die ohne die Hülse gegessen werden, Zuckererbsen, deren Hülse essbar ist, und Zuckererbsenschoten, die mit Hülse verarbeitet werden. Im Gegensatz zu Palerbsen, die meistens getrocknet im Handel angeboten werden und sich gut für Eintöpfe eignen, sind Markerbsen süßer und zarter. „Sie lassen sich gut auspulen“, erklärt Achim Pook, der an seinem Stand auf dem Wochenmarkt die Hülsenfrüchte aus eigener Ernte anbietet, das Kilo für 3 Euro. 2 Kilo gibt’s bei ihm für 5 Euro. „Sie sollten frisch verbraucht werden“, empfiehlt Pook: „Also besser nicht lagern, sonst ist die Süße weg.“ Seine Erfahrung: „90 Prozent der Kunden kaufen die Zuckererbsen zum unmittelbaren Verzehr. Eingefroren werden die meistens nicht.“ Zuckererbsen müssten „auf den Punkt“ geerntet werden, sagt Pook und erklärt: „Wenn man den richtigen Zeitpunkt verpasst, werden sie zu dick und sind dann nicht mehr süß.“ Am besten pflücke man Erbsen früh morgens oder abends.

Die Herkunft der Erbse liegt mehr oder weniger im Dunkeln. Die alten Ägypter, Griechen oder Römer scheinen sie nicht gekannt zu haben, zumindest gibt es keine entsprechenden Aufzeichnungen oder Hinweise. Vermutlich stammt sie ursprünglich aus Kleinasien. In Europa wird sie seit dem Mittelalter angebaut, zunächst in Klöstern, später auch bei Hof. Sonnenkönig Ludwig XIV. soll seine „petits pois“, seine „kleinen Erbsen“, über alles geliebt haben. Heute sind die Hülsenfrüchte als Beilage oder Bestandteil von Gerichten aus der internationalen Küche nicht mehr wegzudenken.

Ein typisches Sommergericht, das nicht nur Kinder lieben, sind Erbsen und Grießklöße. Die kommen bei den Kleinen besonders gut an, wenn sie süß zubereitet werden. Für die Klöße Milch aufkochen, Grieß einrühren und köcheln lassen, bis die Mischung richtig dick und zäh ist. Mit Zucker und einer Prise Salz würzen und ein Ei einrühren. Mit zwei Löffeln Grießklöße formen und in einen Topf mit kochendem Wasser geben. Die Klöße schwimmen oben, wenn sie fertig sind. Klöße herausnehmen und beiseite stellen. Wer mag, kann sie auch noch mit etwas Zimt bestreuen. Für die Erbsensuppe Butter in einem Topf schmelzen, Mehl darin kurz anschwitzen, Wasser einrühren und aufkochen. Danach die frischen Erbsen dazugeben, kurz aufkochen, Klöße hinzufügen und das Ganze mit Salz und Zucker abschmecken. Lecker!

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr

Süß und knackfrisch: Zuckererbsen gibt’s jetzt auf dem Markt. Foto: Dana

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