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Ein "Offenes Singen" füllt das Bad Eilser Gotteshaus / Die Sopranistin Annette Pflug-Herdrich gibt den Ton vor

Die schönsten Weihnachtslieder gibt's in der Christuskirche

Bad Eilsen (sig). Wenn in den Kaufhäusern wochenlang Weihnachtslieder erklingen, fällt es schwer, an den Festtagen noch mit einzustimmen in die dann abgenutzt wirkenden Melodien. Als die evangelischen Kirchengemeinde jetzt zu einem offenen Weihnachtsliedersingen einlud, war deshalb die Frage berechtigt: Wird dieses zusätzliche Angebot noch angenommen?

Annette Pflug-Herdrich begleitete das offene Singen amKlavier.

Es wurde, und zwar mit einemüberraschend guten Zuspruch. Die Christuskirche war sehr gut besetzt, obwohl kein Chor angesagt war, sondern überwiegend die Besucher selbst die Sängerschar bilden sollten. Pastor Reiner Rinne stellte die Sopranistin Annette Pflug-Herdrich (Rinteln) und deren Gesangsschülerin Julia Steinsiek (Kleinenbremen) vor. Beide unterstützten das einstündige Singen überzeugend mit solistischen Beiträgen. Pflug-Herdrich sorgte zusätzlich für die instrumentale Begleitung am Klavier und an der Orgel. Das warme Licht der vielen Kerzen auf dem Altar und auf der für die Krippenspiele vorgebauten Bühne sorgte zusätzlich für eine gelungene Einstimmung der Besucher, unter denen die Jugend allerdings fehlte. Steinsiek eröffnete das Singen mit dem Lied "Machet die Tore weit". Gemeinsam erklangen danach der Choral "Wie soll ich dich empfangen" und zwei nichtganz so geläufige Lieder ("Es kommt ein Schiff geladen" und "Ein Kind kommt zur Erde"). Steinsiek bot eine Händel-Arie dar, bevor drei der beliebtesten Weihnachtslieder angestimmt wurden, für die kaum jemand ein Textbuch benötigte ("Maria durch ein Dornwald ging", "Vom Himmel hoch" und "Es ist ein Ros entsprungen"). Johann Sebastian Bach war Komponist des Liedes "Ich steh` an deiner Krippen", das Steinsiek zunächst allein vortrug, bevor die Gemeinde mit zwei weiteren Versen folgte. Zum Höhepunkt wurde danach das weltweit bekannteste und wohl auch schönste Weihnachtslied, das in nahezu alle Sprachen übersetzt worden ist. "Stille Nacht, heilige Nacht" wurde von dem österreichischen Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber komponiert und entführt mit seiner Tiefe und Innigkeit jeden gläubigen Christen zu dem Ort des Geschehens in der Christnacht. Folgerichtig sang die Gemeinde danach die Aufforderung "Kommet ihr Hirten". Pflug-Herdrich und Steinsiek schlossen sich an mit der aus dem Mittelalter stammenden Echo-Arie "Als ich bei meinen Schafen wacht`". Unter den zum Ausklang gesungenen Weisen durfte das auch in den Familien häufig nach der Bescherung angestimmte Lied "Süßer die Glocken nie klingen" nicht fehlen. Mit dem wunderschönen Wiegenlied von Max Reger beendete Pflug-Herdrich ihre beeindruckenden solistischen Beiträge. Nach dem Segen des moderierenden Seelsorgers erklang das Abschlusslied der meisten weihnachtlichen Andachten und Gottesdienste ("O, du fröhliche Gnaden bringende Weihnachtszeit"). Pastor Reiner Rinne war hochzufrieden: "Unser offenes Singen zeigt, welche Schätze der Musik und der Anbetung wir haben."

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