weather-image
13°
Katholische Kirchen in Nienstädt und Helpsen vor der Schließung / Entwidmung am 20. und 27. November

Die Messen sind gesungen …

Nienstädt/Helpsen (gus). Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt ist gestern in Nienstädt und Helpsen der ersten von zwei Schritten vollzogen worden, die das Ende der katholischen Kirche in den beiden Orten besiegeln. Kunsthistoriker katalogisierten das Inventar der beiden Gotteshäuser. An den kommenden beiden Sonnabenden erfolgt die Entwidmung.

Marcus Lütkemeyer begutachtet einen Kerzenhalter. Foto: gus

Die Kunsthistoriker Marcus Lütkemeyer und Nicole Peterlein aus Münstererfassten zunächst das Inventar der Nienstädter St.-Bartholomäus-Kirche und anschließend das der Helpser Kirche „Heilig Kreuz“. Mit Digitalkamera, Zollstock, Block und Stift hielten sie im Auftrag des Bistums Hildesheim fest, was sich in den beiden Gebäuden befindet.

Dabei unterschieden Peterlein und Lütkemeyer anhand der kirchlichen Bedeutung der Gegenstände. In diesem Sinne wertvoll sind vor allem die lithurgisch eingesetzten Gegenstände wie der Tabernakel, das Ewige Licht und der Altar. Profane Vasen und Kerzenleuchter sind von untergeordnetem Interesse.

Anhand der Liste, die die Kunsthistoriker anfertigen, entscheidet der Vorstand der Stadthäger Kirchengemeinde St. Joseph, zu dem auch Nienstädter und Helpser zählen, was mit dem Inventar geschieht. Sicher ist bereits, dass der Nienstädter Kreuzweg und das Helpser Altarkreuz in St. Joseph landen. So soll den „Neuen“ ein Teil ihrer gewohnten Umgebung erhalten bleiben, so Pfarrer Stephan Uchtmann.

Nach St. Joseph sollen künftig auch die bisherigen Besucher der katholischen Kirchen der Samtgemeinde Nienstädt zur Messe gehen. Seit 2008 waren diese Gotteshäuser bereits Filialkirchen der Kirchengemeinde St. Joseph, Uchtmann der zuständige Pfarrer.

Am Sonnabend, 20. November, fällt der letzte Vorhang in Helpsen. Dann entwidmet Generalvikar Werner Schreer im Gebet die Kirche „Heilig Kreuz“, entnimmt dem Altar die Reliquien und löscht das Ewige Licht. Beginn ist um 18.30 Uhr. Am Sonnabend, 27. November, steht diese Prozedur zur selben Uhrzeit auch dem Nienstädter Gotteshaus bevor.

Dabei wird es durchaus spannend: Welche Reliquien in den Altären liegen, erfahren die Handelnden erst an diesen beiden Tagen. Die Reliquien gehen zurück nach Hildesheim. Die beiden Kirchen werden nach Worten Uchtmanns abgerissen.

Es ist erst das zweite Mal, dass eine katholische Gebetsstätte im Schaumburger Land entwidmet wird, die Premiere gab es im Mai dieses Jahres in Bad Eilsen. Die Schließung der katholischen Kirche in Auetal-Rehren verhinderte im Oktober 2009 eine Unterschriftenaktion. Auch in der Lauenauer St.-Markus-Kirche könnte die letzte Messe bald gesungen sein. Hintergrund bei all dem sind Spargedanken des Bistums Hildesheim, das bis 2014 aus 348 schließlich 120 Kirchengemeinden machen will.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare